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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Robertson, David A.,     
Titel:
Als wir allein waren
ISBN:
978-3-95878-034-7  
Übersetzer:
Kayser, Christiane
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Fett, Julie
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Little Tiger, Gifkendorf b Lüneburg
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
13,90 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein eindrückliches Bilderbuch über ein düsteres Kapitel des Umgangs der Kanadier mit den Ureinwohner*innen Nordamerikas.
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Außenseiter / Fremde Kulturen / Gewalt / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die Szene ist einfach, eine Großmutter und eine Enkelin. Die Enkelin hat Fragen: Warum trägst du so bunte Sachen? Warum trägst du die Haare so lang? Warum triffst du dich so oft mit deinem Bruder? Etc. Alle diese Fragen beantwortet die Großmutter mit Blick auf die Vergangenheit, die Tradition und den Bruch mit den Ahnen, den die Residential-Schools in der Kindererziehung versucht haben. Über Jahrzehnte wurden in Kanada Internate für indigene Kinder eingerichtet, in denen sie an die Lebensweise der weißen Bevölkerung gewöhnt werden und „der Indianer im Kind getötet“ werden sollte. Es handelte sich hier um Umerziehungsheime, in denen die traditionellen Werte und Lebensweisen auf grausame Weise abtrainiert wurden. Viele Kinder nahmen großen Schaden, nicht wenige haben diese „Angebote“ nicht überlebt.
Am Beispiel verschiedener Verhaltensweisen und Themen wird im Bilderbuch einerseits gezeigt, wie radikal der Bruch zwischen den traditionellen Lebensweisen und der Umerziehung war, gleichzeitig wird die Großmutter als unbeugsames Individuum gezeigt, das seine Traditionen und Werte bewahrt hat und schon während der Schulzeit „wenn wir allein waren“ aufbegehrte und auch später wieder als Indigene lebte.
Eindrücklich wird das in den Digitalcollagen gezeigt, die in gedeckten Farben und weiten Räumen die Einsamkeit der Residential-Schools zeigen und ihnen das natürliche Leben der Großmutter gegenüberstellen. Auch die Sprache verbindet zur Tradition, indem immer wieder Begriffe und Wendungen aus der Swampy-Cree-Sprache genutzt und verwendet werden.
Ein eindrückliches Bilderbuch über ein leider wahres und düsteres Thema der noch gar nicht so alten Geschichte Kanadas. Nachdrücklich zu empfehlen!

Michael Ritter
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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