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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Rahlens, Holly-Jane,     
Titel:
Das Rätsel von Ainsley Castle
ISBN:
978-3-499-21747-0  
Übersetzer:
Münch, Bettina
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
315
Verlag:
Rowohlt, Reinbek
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Bei Lizzy läuft einiges momentan nicht rund. Nicht nur, dass ihr Vater zu seiner neuen Frau auf eine nordenglische Insel ziehen will und Lizzy mitnimmt. Nein, seit einiger Zeit hat sie besorgniserregende Albträume und bekommt Mails, die nur jemand schreiben kann, der ihre Gedanken kennt. Kann es sein, dass die Autorin der Geschichte mit ihr Kontakt aufnehmen will?
[ar 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
10 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Metafiktion / Gefühle
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Wie sollte eine gute Figur sein? Darüber macht sich eine Autor*in natürlich intensiv Gedanken, bevor sie die Geschichte beginnt. Sie variiert die Eigenschaften der Figur, bis sie gut zur Geschichte passen und schlussendlich auch überzeugen können. Doch offensichtlich kann Lizzy, die sich selbst als Figur im Buch erkennt, nicht überzeugen, denn die Autorin möchte sie loswerden. Das erkennt Lizzy, nachdem sie Mails bekommen hat, die exakt ihre Gedanken wiedergeben oder sogar ein Stück die Zukunft vorhersagen konnten. Gemeinsam mit ihrem Freund Mac kommt Lizzy darauf, dass es die Autorin ist, die auf sie als Buchfigur Einfluss nimmt. Als wäre das alles nicht schon verwirrend genug, kommt auch noch eine zweite Lizzy ins Spiel. Besser gesagt nennt sie sich Betty, ist Lizzy aber äußerlich sehr ähnlich, trägt die gleichen Sachen, hat offensichtlich den gleichen Vater, aber ist dennoch in feinen Nuancen auch von der anderen Figur unterschieden, so hat sie z. B. ein anderes Verhältnis zur Stiefmutter und auch mehr Erinnerungen an die eigene Mutter. Die drei Jugendlichen schließen sich nun zusammen und wollen es mit der Autorin aufnehmen. Schlussendlich kommt es zu einem spektakulären und spannenden Showdown auf der alten Burgruine Ainsley Castle, bei dem der Konflikt mit der Autorin offenbar und am Ende clever gelöst wird.
Das Buch beginnt zunächst wie eine ganz normale Abenteuererzählung, entpuppt sich dann aber immer mehr als metafiktionaler Roman, in dessen Rahmen die Figuren über ihre eigene Gemachtheit nachdenken und auch viel Hintergrundwissen zur Konstruktion von Geschichten preisgeben bzw. einbauen. So sind die Figuren überzeugt, dass die Autorin bestimmte Katastrophen passieren lässt, um die Figuren zu testen und ihre Reaktionen absehen zu können. Weiterhin wird auch über die Erzählweise reflektiert. Gerade die personale Erzählweise der Autorin erlaubt es ihr zwar, Lizzys Gedanken wiederzugeben, doch nicht die der anderen Figuren, die sie so überlisten können. Ganz nebenbei bekommen junge Leser*innen Einblicke in das Handwerk einer Autor*in.
So entwickelt sich eine spannende Geschichte, die ganz anders als erwartet ihre Leser*innen involviert und in das Gedankenexperiment einbezieht. Als Lesende ist man gespannt, wie es Rahlens gelingt, am Ende auch die Doppelidentität der Hauptfigur wieder aufzulösen. Aber das schafft sie schlüssig und so kann man sagen, hat sich Lizzy am Ende in ihre Geschichte und in die Herzen der Lesenden gekämpft.
Insgesamt ist es eine Geschichte mit einem ungewöhnlichen Thema, sympathischen Figuren und einem flüssigen Erzählstil, die sie so lesenswert macht.
[Alexandra Ritter]
[ar 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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