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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Piroddi, Chiara,     
Titel:
Das große Buch der Gefühle
ISBN:
978-8-8631-2416-3  
Übersetzer:
Ostlaender, Annette
Originalsprache:
Italienisch
Illustrator:
Manfredi, Alessandra
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Wite Star s.r.l., Mailand
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Gefühle hat jeder Mensch. Das vorliegende Buch stellt sie im Rahmen von kleinen Alltagsepisoden vor.
[Michael Ri 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gefühle / fantastisch / märchenhaft / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Das kleine Mädchen Bea ist erkältet und kann deshalb nicht mit den anderen Kindern im Schnee spielen. Die Traurigkeit macht sich in ihr breit und hält sie fest im Griff, bis eine neue Idee entsteht und Freude sich ausbreitet. Beim Geburtstag ist es die Freude, beim Spiel mit den Nachbarskindern die Wut, auch Ekel und Angst, Scham und Staunen lernt Bea in kleinen Alltagsepisoden kennen. Die Gefühle sind nicht einfach da, sie sind in den Situationen begründet und gehen mit konkreten Reaktionen des Körpers einher. Sie sind spürbar und werden im Buch auch als kleine, tierähnliche Wesen in passenden Anzügen personifiziert. Bea erfährt die unterschiedlichen Gefühle und wird sich ihrer zunehmend gewahr. Das hilft ihr, ihre Reaktionen in Zukunft bewusster wahrzunehmen und auch weniger schöne Empfindungen als wichtige und hilfreiche Teile ihre Bewusstseins einzuordnen. Gefühle sind wichtig – hier wird von einer wunderbaren Freundschaft gesprochen.
Die Episoden des Buches sind in kurzen Texten verfasst, die einen erzählenden Charakter haben und von einer außenstehenden Erzählinstanz vermittelt werden. Der visuelle Blick auf die Szenen changiert zwischen Beas Perspektive und einer mittleren Distanz, was die Involviertheit der Lesenden und Betrachtenden maßgeblich beeinflusst. Die Bilder sind szenische Buntstiftzeichnungen, die mit Farbflächen, feinen Linien und markanten Fokuspunkten arbeiten. Die leicht proportional überzeichneten betonen das Kindchenschema und die Größenrelationen der Gefühle stehen metaphorisch für die Qualität und Stärker der Gefühle und ihrer Eingriffe in die Wirklichkeit der Protagonistin.
Letztlich kann die gewählte fiktive Inszenierung aber nur bedingt überzeugen. Die Personifizierung der Gefühle bleibt unglaubwürdig, weil sie nicht wirklich konsequent als „freundschaftliches Gegenüber“ ausgearbeitet werden. Die Szenenbilder sind eindrücklich, die Szenen selbst bleiben aber konstruiert und pädagogisierend. So fehlt dem Buch eine natürliche Leichtigkeit und es mutet mitunter mehr wie ein Erziehungsmittel an. Als solches kann es interessante Impulse geben und Bewusstheit erzeugen. Insofern ist es mit kleinen Einschränkungen durchaus empfehlenswert.
[Michael Ri 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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