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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Hagerup, Klaus,     
Titel:
Das Mädchen, das die Bücher retten wollte
ISBN:
978-3-96177-022-9  
Übersetzer:
Syczek, Daniela
Originalsprache:
Norwegisch
Illustrator:
Aisato, Lisa
Seitenanzahl:
64
Verlag:
Woow Books, Hamburg
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Vergessene Bücher werden vernichtet. Kann Anna die Geschichten retten?
[anfe 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Literatur / Ethik / Philosophie / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Anna ist bald zehn Jahre alt und hat große Angst davor, älter zu werden. Das Leben ist so vergänglich! Aber zum Glück hat Anna ihre Bücher, die für sie genauso wahr sind wie das Leben. Von morgens bis abends liest sie in jeder freien Minute und findet Trost darin, dass die Geschichten der Bücher nicht vergänglich sind, sondern immer wieder neu zum Leben erwachen, sobald man sie liest. Und so geht Anna jeden Tag nach der Schule in die Bibliothek und leiht sich Bücher über Bücher aus. Dabei trifft sie auch ihre Freunde: Frau Monsen, die Bibliothekarin, und Milton Berg. Eines Tages erfährt sie, dass Milton all die Bücher vernichten muss, die nicht gelesen werden. Schockiert über die vielen Menschen und Geschichten, die dabei ausgelöscht werden, beschließt Anna, die Bücher zu retten. Dabei stößt sie auf ein Geheimnis, das nicht nur sie, sondern auch die ganze Schule und die gesamte Stadt ergreift und weite Kreise zieht...
In einer Mischung aus fesselnder Fantasie und philosophischer Ernsthaftigkeit beschreibt Klaus Hagerup die Liebe zur Literatur und die verändernde Kraft, die dieser Liebe innewohnt. Kunstvoll beschreibt er auf der Textebene, wie Anna aus ihrem Zimmer voller Bücher hinaus in die Welt tritt und dabei ihre Angst, älter zu werden, überwindet. In einem Wechsel zwischen nachdenklichen Dialogen und schlichten und doch eindrücklichen Beschreibungen werden die Leser*innen in die tiefsinnigen Gedanken der Charaktere gezogen. Hervorzuheben sind die „Geschichte in der Geschichte“ (Seite 26-27) und eine überraschende Auflösung zur Entstehung des Bilderbuches selbst zum Ende der Erzählung, wobei mitnichten alle Deutungen der turbulenten Erlebnisse vorgegeben werden. In all dem wird die Liebe zur Literatur nicht nur in den Geschehnissen selbst, sondern auch in der sanften und eindringlichen Sprache, übersetzt aus dem Norwegischen von Daniela Syczek, deutlich.
Die Magie der Geschichte spiegelt sich auch in den zarten Aquarellen der Illustratorin Lisa Aisato wider, die durch Bleistift- und Wachsmalstiftelemente pointiert und strukturiert werden. Mit einem Fokus auf den drei Protagonist*innen - Anna, Frau Monsen und Milton Berg - verleiht Lisa Aisato den Ereignissen aus verschiedenen Perspektiven und Distanzen etwas Geheimnisvolles, was durch die charakteristischen "Sprenkel" von Farbe in jeder Illustration unterstrichen wird. Als Porträt, kaum wahrnehmbare Umrisse in der Dämmerung oder Szenen aus der Vogelperspektive verschwimmen so auch die Grenzen von Realität und Wirklichkeit - das verbindende Element von Text und Bild.
Ein atmosphärisches und fantasievolles Bilderbuch, das sich hervorragend zum Vorlesen und gemeinsamen Philosophieren eignet. Sehr zu empfehlen!
[anfe 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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