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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Ferrer Casas, Augustín,     
Titel:
MIES. Mies van der Rohe - Ein visionärer Architekt
ISBN:
978-3-551-02294-3  
Übersetzer:
Höchemer, André
Originalsprache:
Spanisch
Illustrator:
Ferrer, Casas, Augustín
Seitenanzahl:
176
Verlag:
Carlsen, Hamburg
Gattung:
Comic / Graphic Novel
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
20,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Mit MIES wird im Bauhausjubiläumsjahr 2019 dem berühmten Architekten Mies van der Rohe ein Denkmal gesetzt
[sag 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Bildende Kunst / Nationalsozialismus / Arbeitswelt / Beruf / Arbeitslosigkeit
       
Anmerkungen:
Kunstunterricht: Bauhaus
       
Beurteilungstext:
Der in Spanien bereits seit längerer Zeit bekannte Comicautor und frühere Architekt Augustín Ferrer Casas widmet sich im Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 einem der bedeutendsten Architekten der Moderne: Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969). „Mies“ versteht sich als fiktionalisierte Biographie des „visionären Architekten“, so der Untertitel des Bandes. Der Comic zeigt Mies van der Rohes über 60 Jahre währendes Schaffen von seinem Debüt als Architekt mit dem Haus Riehl in Potsdam (1907) über den skandalträchtigen Pavillon des Deutschen Reiches auf der Weltausstellung in Barcelona (1929) bis zu seinem architektonischen Schlusspunkt, der Neuen Nationalgalerie in Berlin (1967). Neben der Bewunderung für das umfangreiche Lebenswerk zeigt Ferrer Casas aber auch den nicht widerspruchsfreien Menschen Mies van der Rohe, dessen selbstgewählter adeliger Namenszusatz die Eitelkeit des sonst so schnörkellosen Künstlers deutlich zur Schau trägt. Als Direktor des Bauhauses (1930-33) wollte er der Politik kurz vor der Machtübernahme der Nazis keinen Platz an seiner Schule einräumen. Um die Zukunft des Bauhauses zu retten, macht er in dieser Hinsicht aber immer wieder Eingeständnisse und unterzeichnet sogar ein Manifest zugunsten Hitlers. Ferrer Casas erzählt die Lebensgeschichte aus der Retrospektive, in dem er den Architekten zwei Jahre vor seinem Tod und kurz vor der Einweihung der Nationalgalerie ein Gespräch mit seinem Enkel führen lässt, bei dem dieser ihn etwa über die konfliktträchtige Beziehung zu Walter Gropius, das Bauhaus und die Emigration ausfragt.
Der Comic setzt Mies van der Rohe ein wunderbares Denkmal. Seine Architektur, die unter anderem auch den Bau mit den zu dieser Zeit noch recht neuen Materialen Stahl und Glas - die sogenannten Haut-und-Knochen-Konstruktionen - zur Perfektion brachte, wirkt bis heute stilbildend. Das Credo „Weniger ist mehr“ ist in Zeiten des Minimalismus aktueller denn je. Eine nicht nur für Architekturinteressierte empfehlenswerte Lektüre!
[sag 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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