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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Strömquist, Liv,     
Titel:
I'm every woman
ISBN:
978-3-96445-001-2  
Übersetzer:
Erben, Katharina
Originalsprache:
Schwedisch
Illustrator:
Strömquist, Liv
Seitenanzahl:
112
Verlag:
avant, Berlin
Gattung:
Comic / Graphic Novel
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
20,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Mit viel Sprach- und Bildwitz dekonstruiert die Comicautorin unsere Vorstellungen von den Geschlechtern und von romantischer Liebe.
[mz 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gender / Geschlecht / Emanzipation / Junge / Mann / Mädchen / Frau / Liebe / Sexualität / Sexualaufklärung / Ungleichheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Vor zwei Jahren veröffentlichte Liv Strömquist, eine feministische Comickünstlerin aus Schweden, mit DER URSPRUNG DER LIEBE einen großartigen Sachcomic über das Phänomen der Liebe im engeren Sinne, d.h. im Sinne einer wie auch immer gearteten Paarbeziehung. Dabei zog die studierte Politikwissenschaftlerin sämtliche Register um aufzuzeigen, dass Liebe in erster Linie eine soziale Konstruktion darstellt, welche wiederum stark geprägt ist von patriarchalischen und heterosexuellen Leitvorstellungen.
Man musste Strömquists rigorosen Abgesang auf die romantische Liebe nicht zwangsläufig teilen, um das Buch trotzdem gut zu finden. Denn ihre provokanten Bücher sind voller origineller Einsichten und zugleich abgründig witzig. I'M EVERY WOMAN steht auch in der ideellen Nachfolge seines Vorgängerbandes: Beziehungen berühmter Paare werden seziert, um die darin schlummernden Diskriminierungs- und Ausbeutungsmuster offenzulegen. Hierbei erfährt man auch einiges über die tragischen Schicksale von Jenny Marx, Priscilla Presley und Nadja Allilujewa-Stalina (Stalins Frau), die auf je ihre Weise in ihren Beziehungen bzw. an ihren Partnern litten.
In vielen bebilderten Miniaturen werden beliebte gesellschaftliche Topoi dekonstruiert, welche dazu dienen heteronormative Leitbilder zu rechtfertigen und aufrechtzuerhalten. Wie z.B. das von der „Natürlichkeit“ der heterosexuellen, monogamen Zweierbeziehung als Norm. Warum es vielleicht keine gute Idee ist, sich in dieser Hinsicht ausgerechnet auf die Tierwelt zu berufen, zeigt die Comicautorin mit brüllender Komik. Nicht minder komisch ist die Argumentationskette Strömquists, mit der sie zu belegen versucht, warum alle Kinder im Grunde verkappte Rechtskonservative sind. Wie auch in ihren anderen Werken überzeugt weniger das Artwork und die visuelle Gestaltung der Comicautorin, sondern eher der schriftstellerische Anteil und die unglaubliche Originalität Strömquists. Insofern sei es dann auch verziehen, dass der Textanteil des Comics vergleichsweise hoch ausfällt und die Bilder eher skizzenhaft geraten sind.
[mz 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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