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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Bär, Anke,     
Titel:
Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war
ISBN:
978-3-8369-5997-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Bär, Anke
Seitenanzahl:
192
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
„Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war“ erzählt lebensnah und einfühlsam die Geschichte der 11-jährigen Lotte in ihrem näheren Umfeld nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei wird der kindliche Alltag nicht nur durch Spaß, sondern auch durch Sorgen und Nöte geprägt, die nicht nur längst vergangen sind, sondern auch Kinder in der heutigen Zeit noch ansprechen.
[juz 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
10 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Gefühle / Krieg / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Aus der Perspektive der 11-jährigen Lotte werden in 36 Kapiteln Anke Bärs Geschichten der Nachkriegszeit erzählt. Lotte wohnt nicht nur mit ihren Eltern und ihrem Bruder im Forsthaus, sondern auch noch mit der Familie ihrer Tante und einem fremden Ehepaar und dessen Kindern - insgesamt 14 Personen. Die Wohnsituation zeigt, dass die Menschen nach dem Krieg näher zusammenrücken mussten. Dabei kam es aber vor, dass Teilen nicht immer erwünscht war: Frau Greßmann ist mit ihrem feinen Obst im Garten sehr penibel. Und so bleibt den Kindern nichts anderes übrig, als zu Dieben zu werden, wenn sie Kirschen haben wollen.
Die Spuren des Krieges sind in der Handlung sichtbar und dennoch wird auf eine genaue Beschreibung der Kriegsereignisse verzichtet. Anke Bär lässt Lotte dennoch oft über das nachdenken, was geschehen ist: „Tote sind tot. Man kann nicht mehr viel mit ihnen anfangen.“ (S.11) Den Kindern im Dorf ist bewusst, was geschehen ist. Die Folgen dessen spüren sie jeden Tag. Und dennoch genießen sie auch immer wieder eine unbeschwerte Kindheit mit Abenteuern im Wald und einer Verbundenheit, die zu dieser Zeit wohl eine besondere war. Gemeinsam bauen sie Hochsitze und Gruben im Wald, ertragen aber auch gemeinsames Leid, wenn es zu Hause oder in der Schule Ärger gab.
Zeichnungen am Rand des Buches lassen es noch lebendiger erscheinen als es durch die Sprache eh schon ist. Erklärungen und Nebenanmerkungen dienen dem Verständnis. Gerade der jüngeren Generation helfen diese beim Lesen.
Anke Bär hängt der Geschichte ein persönlich ansprechendes Nachwort an. Sie berichtet davon, wie das Buch entstanden ist und regt zum Dialog zwischen den Generationen an. Die Menschen, die noch von einer Kriegs-/Nachkriegszeit erzählen können, wird es bald nicht mehr geben. So lange sie noch leben, sollten wir, die jüngere Generation, diese Chance nutzen. Das kann privat stattfinden, aber auch im Klassengespräch in der Schule im Sach-, Deutsch- oder Geschichtsunterricht. Immerhin ist das Thema Konflikte und Krieg omnipräsent. Eine Sensibilisierung ist wichtig. Dieses Buch ist vielseitig einsetzbar und sollte zur Aufarbeitung auf alle Fälle gelesen werden!
[juz 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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