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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Werner, Nils,     
Titel:
Hinterm Zirkuszelt
ISBN:
978-3-407-77779-9  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Baltzer, Hans
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
12,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine Zirkusvorstellung haben schon viele Kinder besucht. In diesem Buch wird beleuchtet, was sich hinter den Kulissen abspielt. Verschiedene Tiere werden vorgestellt und charakterisiert.
[ubr 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Tiere / Zirkus
       
Anmerkungen:
Bilderbuch, erstmals erschienen 1959
       
Beurteilungstext:
Nils Werner präsentiert in diesem Bilderbuch das Thema Zirkus – hinter den Kulissen. Schon auf der ersten Seite eröffnet er seinen jungen Leser*innen eine Szene vor dem großen Auftritt im Zirkuszelt und nimmt sie mit wörtlicher Rede in diese Szene hinein: „Sei brav, Regent, ich will es wagen, auf deinem Rücken Salto schlagen und reiten wie ein Wirbelwind. Allez! Die Vorstellung beginnt!“ Regent ist ein Zirkuspferd, auf der gegenüberliegenden Buchseite mit seiner Reiterin und einem Mann abgebildet, der es am Zügel hält. Das Bild vermittelt zwar Aufmerksamkeit, fokussiert aber nicht auf den Auftritt. Pferd und Reiterin sind einander zugewandt dargestellt. Die Körperhaltung der Reiterin wirkt gelassen und vermittelt ruhige Entschlossenheit.
Auf den nächsten Seiten werden weitere Tiere und ihre jeweiligen Charaktere vorgestellt, wobei der Fokus nicht auf ihre Leistungen gesetzt wird oder welche Kunststücke sie vorführen werden, sondern auf verschiedene Perspektiven des Erlebens von Alltag im Zirkus: Während die Robben als beste Jongleure der Welt vorgestellt werden, ist auf der nächsten Doppelseite ein Eselbaby zu sehen, das gern schon größer wäre, um auch auftreten zu können - es hat die Lern- und Trainingszeit noch vor sich. Das Kamel auf der nächsten Doppelseite beschäftigt etwas ganz anderes: Es ist hungrig und befürchtet, vom Wärter vergessen worden zu sein. Die Zebu-Kuh liegt lässig auf dem Boden und es bleibt unklar, was sie bei der Veranstaltung für eine Aufgabe hat. Auch die illustrierten Bären auf der nächsten Doppelseite strahlen Ruhe und Gelassenheit aus, wobei der Autor aber erwähnt, dass sie durch Purzelbäume beim Auftritt das Publikum zum Lachen bringen werden. Der Autor verrät auf der nächsten Seite noch mehr über den Auftritt: Der Abenteuer suchende Schafbock wird zum Amüsement des Publikums den Clown von hinten anschupsen. Schimmel Rajah wundert sich über seine schwarzen Hufen, die Affen necken sich, das Pony fühlt sich gerade ungeliebt, weil es keine Zuckerstücken bekam, der Elefant trinkt bei der Wäsche durch den Wärter heimlich seinen Wascheimer leer, Bärin Cora tanzt vergnügt, Löwe Sultan kann durch einen Reifen springen und die Elefantin Jenny träumt von der Reise an andere Orte, „und dass sie auch in unsrer Stadt schon tausend kleine Freunde hat.“
Auf der letzten Doppelseite wird die Szenerie geschlossen, indem wieder Regent und seine Reiterin dargestellt werden – diesmal nach der Vorführung: „Hab Dank, Regent. Warst brav, mein Lieber. Ich hatte großes Lampenfieber. Jetzt klingt im Zelt der Schlussapplaus, nun komm, Regent, und ruh dich aus.“ Erst nachträglich wird das „Lampenfieber“ der Reiterin thematisiert, das zu jeder Leistungsdarstellung gehört – mit der Botschaft, dass es sich dennoch lohnt und nach der Anstrengung wieder Ruhe einkehrt.
Die einzelnen Szenen in diesem querformatigen Bilderbuch werden auf Doppelseiten dargestellt – links ein kurzer gereimter Text von Nils Werner in erstlesergeeigneter Schriftgröße, rechts die dazugehörige Illustration von Hans Baltzer, die sich auf eingängige Weise auf das Wesentliche konzentrieren und Ruhe ausstrahlen. Es werden auf jeder Seite nur die jeweils thematisierten Tiere mit ihren Charakteren dargestellt, nicht ihre Umgebung, wodurch der Eindruck von Zufriedenheit entsteht: Jedes Tier wird in seiner Besonderheit gesehen. Nur auf der ersten und letzten Seite (Rahmen) werden begleitende Menschen abgebildet, aber auch diese vermitteln den Eindruck eines guten Miteinanders zwischen Mensch und Tier. Die Illustrationen transportieren wie auch die Verse einen freundlichen Blick auf das jeweilige Tier und wecken Lust auf mehr.

Neben dem Einsatz des Buches in Kita und als Vorlesebuch eignet es sich auch durch die große Schrift für Erstleser*innen und zur Sprachförderung. Die beiden vorkommenden Begriffe „Allez!“ oder „Jongleure“ gehören zwar nicht zur Alltagssprache und müssen erklärt werden, aber im Zusammenhang mit den Illustrationen erschließt sich der Sinn schnell.
Reime im Text zu entdecken und neue Reime zu bilden kann ebenfalls als Methode der Sprachförderung eingesetzt werden. Die Illustrationen können auch als Erzählanlass zum Weitererzählen dienen, wobei eigene Erfahrungen mit dem jeweiligen Tier und Erinnerungen an frühere Erlebnisse frei erzählt werden können.
[ubr 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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