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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Schwieger, Frank,     
Titel:
Ich, Odin, und die wilden Wikinger
ISBN:
978-3-423-76247-2  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Wultschner, Ramona
Seitenanzahl:
240
Verlag:
dtv, München
Gattung:
Märchen / Fabeln / Sagen
Reihe:
dtv junior
Jahr:
2019
Preis:
12, 95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Tyr, Skadi, Ragnar - unsterbliche Götter, die unvergessen sein sollten. Erinnerst du dich?
[anfe 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
10 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Religion / Fremde Kulturen / Spannung
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Odin ist wütend: Er wurde vergessen. Freia hat ein Problem: Auch sie wurde vergessen. Und so wie diesen beiden geht es all den anderen Held*innen aus Asgard, dem göttlichen Reich. Die Wikinger und überhaupt alle Menschen, die in Midgard leben, haben ihre Schöpfer und Beschützer vergessen - und das schon seit über tausend Jahren. Oder erinnerst du dich daran, wer Hugin und Munin sind? Oder wie Odin die Welten erschaffen hat? Das ist eine Katastrophe, die die Göttinnen und Götter nicht auf sich sitzen lassen wollen. Deswegen erzählen sie ihre Geschichten selbst, ungefiltert und gegen das Vergessen.
Wie auch schon in seinem Buch „Ich, Zeus, und die Bande vom Olymp“ nähert sich Frank Schwieger der nordischen Götterwelt aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Er lässt sie in ein Freundschaftsbuch eintragen. Dafür werden die Held*innen zuerst auf kurzen, doppelseitigen Steckbriefen vorgestellt, in denen die Leser*innen auch Interessantes aus der Götterwelt erfahren, das bis heute Bedeutung hat. Auf wenigen Seiten erzählen die Göttinnen und Götter dann ihre Geschichte aus der jeweiligen Ich-Perspektive selbst. Auffällig ist dabei die direkte Ansprache der Leser*innen, die durch rhetorische Fragen und Aufforderungen immer wieder direkt ins Geschehen hineingezogen werden und sich an der einen oder anderen Stelle auch mal eine Schelte gefallen lassen müssen. Immer wieder wird das Beschriebene durch Klimaxstrukturen, die meist in Nebensätzen aufgebaut bzw. „nachgeschoben“ werden, nachdrücklich und humorvoll übertrieben dargestellt. Dadurch, dass in der Tat viele Aspekte des Erzählten fremd und vergessen sind, entwickelt sich so Charakter für Charakter eine faszinierend komplexe Welt des Unbekannten und gleichzeitig seltsam Vertrauten, von der man sich als Leser*in kaum lösen kann.
Unterstützt werden die einzelnen Kapitel zu den Göttinnen und Göttern durch die Schwarzweiß-Illustrationen von Ramona Wultschner. Auf einer Porträtseite stellt sie im graphischen Stil die jeweilige Figur mit ihren wichtigsten Merkmalen skizzenhaft dar. Mit Pfeilen, Sprechblasen, Speedlines und ersten wissenswerten Fakten werden so Inhalte angeboten, die das anschließende Textverstehen unterstützen können. Auf einer Doppelseite im Stil des klassischen Freundschaftsbuches kommen die Held*innen dann selbst zu Wort. Die einzelnen Aspekte werden hier von Wultschner durch Illustrationen in Panels untermalt, die wichtige Gegenstände, Ereignisse und Personen darstellen. Hervorzuheben ist darüber hinaus das illustrierte Glossar, das Schlüsselgegenstände, wie z.B. Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir oder Freias magischen Halsschmuck Brisingamen, erneut zeigt. Eine doppelseitige Darstellung der verschiedenen Orte macht vertraut mit dem uns heute so unbekannten Verständnis der Aufteilung in göttliche und menschliche Welten.
Auf humorvolle und kurzweilige Art wird den vergessenen Figuren und ihren Geschichten neues Leben eingehaucht. Sehr empfehlenswert - auch zum gemeinsamen Entdecken und Vorlesen.
Anneliese Feilcke
[anfe 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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