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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Ehgartner, Reinhard,     
Titel:
Sternenbote. Eine Weihnachtsgeschichte
ISBN:
978-3-7022-3798-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Wolfsgruber, Linda
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Tyrolia, Innsbruck
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
16,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die Sterne und der Weltraum – unendliche Weiten. Was ist da die Erde, was ist der Mensch? Und welche Bedeutung kann schon ein kleines Kind haben, das in einem Stall geboren wird?
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Religion / Natur / Umweltschutz / Feste / Weihnachten
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der Kosmos jenseits unserer Erde ist faszinierend. Riesige Entfernungen, ungezählte Welten, Zeit und Raum jenseits unserer Vorstellungskraft. Da erscheint die Erde doch sehr klein und unserer Existenz reichlich unbedeutend. Aber: Die Venus ist leicht zu finden von der Erde aus, das Licht braucht acht Minuten von der Sonne bis zu uns – genauso lange wie der kindliche Ich-Erzähler zum Bus – und der Jupiter umkreist die Sonne in 12 Jahren, dem Alter der Schwester. Man kann also durchaus Bezüge und Parallelen finden.
Und schon immer schauen die Menschen zu den Sternen auf. So auch die drei Sterndeuter, die sich vor langer Zeit auf den Weg machen, den im Stall geborenen neuen König zu finden. Ein Stern leitet den Weg. Das ist zwar lange her, das Licht mancher Sterne aus dieser Zeit berührt aber zum Teil erst heute die Erde und verbindet uns damit mit diesen Ereignissen. Und auch das Weihnachtsfest ist solch eine Verbindung. Traditionen und Rituale, der Weihnachtsbaum und der Gang in die Kirche, das Licht das alle verbindet und Leben verheißt, all das zeigt, dass wir nicht unbedeutend sind. Der Kosmos ist weit und darin hat alles und jeder sein Platz. Und alles ist gewollt und verbindet sich gerade im Kommen des Heilands zu einem großen göttlichen Plan. So ist das Licht von damals auch heute noch am Sternenhimmel erkennbar.
Reinhard Ehgartner verfasst den philosophischen Text dieses besonderen Weihnachtsbilderbuches. Auf zwei Ebenen verwebt er den Blick auf unsere Existenz. In die faszinierte Beobachtung des Sternenhimmels durch den kindlichen Ich-Erzähler mischen sich das Alltagserleben der Festvorbereitung und die damit einhergehenden Erzählungen der Weihnachtsgeschichte. Dabei bleibt viel Spielraum zwischen den Aussagen, der die Betrachtenden des Buches herausfordert, sich selbst Gedanken zu machen und über das Gelesene ins Gespräch zu kommen.
Dazu tragen auch Illustrationen von Linda Wolfsgruber bei, die wie durch ein Teleskop den Himmel und das nahe Fest zeigen, in Ausschnitten und Vergrößerungen. Die Bilder sind Collagen verschiedener Materialen und Zeichentechniken. Leuchtende Aquarellflächen bringen die Himmelskörper zum Strahlen, Spritztechniken lassen die Milchstraße erscheinen und feine Zeichnungen zeigen den Weihnachtsbaum und das Fest auf Erden. Dabei vermeidet Linda Wolfsgruber die Darstellung konkreter Menschen, es bleibt in den Bildern eine Leerstelle, die durch die Fantasie der Betrachtenden ausgefüllt werden kann. So findet sich jeder in der Geschichte wieder. Und die persönliche Faszination wird greifbar.
Reinhard Ehgartner und Linda Wolfsgruber legen hier ein wirklich faszinierendes Bilderbuch vor, das die Verbindung von Welterfahrung und Weihnachtstradition auf überzeugende Weise leistet, ohne künstliche oder flache Zusammenhänge herzustellen. Vielmehr artikuliert sich darin ein tief empfundenes Gefühl der Durchdringung der Welt durch Gottes Weihnachtsbotschaft, die Hoffnung macht. Kleinen und großen Lesenden sehr zu empfehlen.

Michael Ritter
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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