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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Naoura, Salah,     
Titel:
Matti und Sami und die verflixte Ungerechtigkeit der Welt
ISBN:
978-3-407-81231-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
150
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Matti und Sami
Jahr:
2019
Preis:
12,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
In Finnland scheint die ganze Ungerechtigkeit der Welt nicht mehr Mattis Familie zu treffen (wie im ersten Teil), sondern seinen Onkel Jussi. Klar, dass Matti und Sami ihm helfen müssen.
[ar 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Arbeitswelt / Beruf / Arbeitslosigkeit / Familie / Komik / Humor / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Es sind Sommerferien und Matti zieht mit seinem Bruder Sami und seinen Eltern in das gerade gewonnene, große Haus am See in Finnland. Mattis Vater scheint endlich einmal Glück zu haben, während er in Deutschland Busfahrer war, kann er hier bei einer Firma Handyspiele entwickeln und hat Erfolg. Andere hingegen weniger. Sein Bruder Jussi, der immer schon im Wald als Holzfäller gearbeitet hat, wird entlassen. So ungerecht kann die Welt sein.
Matti reflektiert als Ich-Erzähler tiefsinnig über die Situationen seiner Familie und der seines Onkels. Während sein Bruder Sami eher unbeschwert seine Tage mit Spielen verbringt, nimmt Matti sehr emphatisch seine Umwelt war und macht sich Gedanken über die Ungerechtigkeiten in der Welt. Matti und auch sein Vater werden als Figuren sehr ausführlich dargestellt und gerade auch die Konkurrenz zwischen Mattis Vater und Onkel Jussi wird immer wieder auf humorvolle Weise thematisiert.
Bereits im ersten Teil „Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums“ wurde die Rivalität der Brüder gezeigt. Darin wird erzählt, wie Matti seine Familie mit einer Lüge nach Finnland lockt und die Hals über Kopf dorthin aufbrechen. Der zweite Teil knüpft direkt daran an, resümiert noch einmal das bisherige Geschehen und erzählt mit viel Witz und in chaotischen Episoden wie sich die Kinder den Wald erobern (hier Matti und sein Freund Turo mit Mountainbike und später im Rollstuhl), etwas über fremde Menschen lernen (z.B. einen Schweizer, der zurückgezogen im Wald lebt) und versuchen, ihrem Onkel Jussi zu helfen, der gerade eine Pechsträhne zu haben scheint. Allerdings endet dieser Versuch in einer weiteren Katastrophe (Onkel Jussis Haus brennt ab), die der handlungsreichen Geschichte einen würdigen Höhepunkt verleiht. Gleichzeitig aber führt die Situation dazu, dass Mattis Vater seinem Bruder in der Notlage hilft und die Rivalitäten zu überwinden scheint.
Besonders eindrücklich und nachvollziehbar werden Mattis Sprachbegegnungen beschrieben: Wie er seine ersten Worte auf Finnisch erfasst, aber sein kleiner Bruder sich viel schneller mit den Nachbarjungen verständigen kann. Hier wird deutlich, dass es doch vielleicht gar nicht so einfach ist, in ein anderes Land mit einer anderen Sprache zu ziehen, auch wenn sein Vater diese als Finne natürlich spricht. Mattis Mutter lernt ebenfalls nur mühsam Finnisch, aber ohne Finnisch wird sie dort auch keinen Job bekommen.
Immer wieder werden kulturelle Unterschiede leicht und spielerisch in den Text eingewoben und durch die zum Teil chaotisch verlaufende Geschichte überformt. Das macht das Buch zu einem sehr empfehlenswerten Leseerlebnis, besonders auch als Reiselektüre.
Alexandra Ritter
[ar 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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