AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

8976 aktuelle Rezensionen, weitere 69803 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Pressler, Mirjam,     
Titel:
Dunkles Gold
ISBN:
978-3-407-81238-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
336
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
17,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Zwei Geschichten rund um den bekannten Erfurter Schatz, die einen tiefen Einblick in das deutsch-jüdische Verhältnis geben.
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
12 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Geschichte / Rassismus / Außenseiter
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Lauras Mutter ist Historikerin und in Erfurt für die Pflege des bekannten Erfurter Schatzes zuständig. Laura nervt das eher, gleichzeitig interessiert sie die geheime Hinterlassenschaft, die 1998 bei Straßenbauarbeiten in Erfurt gefunden wurde und einem jüdischen Kaufmann zugeordnet wurde. Warum der Schatz versteckt wurde ist nicht klar, doch hat es mit großer Wahrscheinlichkeit mit den antijüdischen Pogromen im Jahr 1349 zu tun, die im Zuge der Pestepedemien auch Erfurt erschütterten. Angeregt durch eine Schulaufgabe beginnt Laura die Arbeit an einer Graphic Novel, und die Recherchen bringen sie mit Alexej zusammen, einen jungen Juden aus ihrer Schule. In Auseinandersetzung mit ihm entsteht nicht nur die Geschichte von Rachel, die im 14. Jahrhundert von Erfurt nach Krakau flieht, Laura lernt auch viel darüber, dass die Geschichte viel mit der Gegenwart zu tun hat und Alexej und Laura kommen sich näher.
Mirjam Presslers letzter historischer Roman beschäftigt sich wieder mit der Geschichte der Juden im mittelalterlichen Europa. Diesmal verschränkt sie aber historische und gegenwärtige Perspektiven und zeigt, dass das Gewesene keinesfalls vergangen ist und Antisemitismus auch heute noch das Leben der Juden in Deutschland begleitet. Gleichzeitig klärt sie darüber auf, was Antisemitismus ist, wann politische Kritik in Rassismus umschlägt und wie Menschen jüdischer Herkunft noch heute unter den Wunden der Vergangenheit leiden. Gleichzeitig erzählt sie zwei Schicksale, die spannend und mitreißend davon berichten, dass das Einzelschicksal immer auch von seinen Akteur*innen bestimmt wird und wir nicht festgelegt sind auf unsere Geschichte. Eindrücklich und überzeugend – sehr zu empfehlen!

[Michael Ritter]
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.