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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Montgomery, Ross,     
Titel:
Die Tornadojäger
ISBN:
978-3-446-25872-3  
Übersetzer:
Mumot, André
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Kohl, Daniela
Seitenanzahl:
288
Verlag:
Hanser, München
Gattung:
Fantastik
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Weil ein Sturm aufzieht, halten seine Eltern den Jungen Owen in seinem Zimmer gefangen. Doch trotz allem – oder gerade deshalb – machen er und seine neuen Freund sich auf den Weg zu einem absolut irrwitzigen Abenteuer.
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
12 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Außenseiter / Abenteuer / Familie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Owen ist 11 Jahre alt und er leider unter unwillkürlichen Zuckungen, wenn er sich erschreckt. Deshalb verbieten ihm seine Eltern auf Bäume zu klettern. Auch Tornados oder Bärenangriffe scheinen – glaubt man den Eltern – eine allgegenwärtige Gefahr zu sein. Deshalb sind sie auch ins kleine Städtchen Barrow gezogen, wo so strenge Sturmgesetze herrschen, dass jede Art von Gefahr von vornherein gebannt erscheint. Doch das hält den Jungen und seine neuen Freunde nicht ab. Zu fünft schmieden sie einen Plan, wie sie auf den Spuren von Owens Großeltern zu furchtlosen Tornadojägern werden können – und sie ziehen diesen Plan auch gegen alle Unwegbarkeiten durch, als sie ein Tornado ankündigt. In der Konfrontation mit den eingeimpften Ängsten der Erwachsenen wachsen die Kinder über sich hinaus und finden den Zugang zu einer völlig neuen Welt.
Die abenteuerliche Freundschaftsgeschichte von Owen beginnt in relativ gesitteten Verhältnissen. Doch schnell wird klar, dass Ross Montgomery seine Handlung durch Überzeichnungen und Verfremdungen pointiert. Die absolut übertriebene Paranoia der Eltern, die hysterischen Maßnahmen und Gesetze der Dorfgemeinschaft und ihre drakonischen Strafen sind kaum glaubwürdig, pointieren aber Montgomerys Kritik an der sicherheitsvernarrten Gesellschaft, die Kindern das Leben verunmöglicht und Hürden schafft um vermeintlich zu schützen. Humorvoll aber eindringlich wird hier zugespitzt und schließlich auch in elementarer Weise an die Grenze gegangen. Das Ende lässt viele Lesarten zu – keine von denen aber stellt das Verhalten der Kinder in Frage.
Interessant ist auch die erzählerische Vermittlung. Owen stellt sich bald als unzuverlässiger Erzähler heraus und legt damit die psychologischen Konflikte einer anderen Figur offen. So wird das Buch auch zum faszinierenden Psychogramm. Tiefgründig und ernsthaft – gleichzeitig ausgesprochen unterhaltsam. Nachdrücklich zu empfehlen!

Michael Ritter
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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