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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Frost, Daniel,     
Titel:
Die Kinder und der Wal
ISBN:
978-3-89955-815-9  
Übersetzer:
Kugler, Frederik
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Frost, Daniel
Seitenanzahl:
32
Verlag:
gestalten, Berlin
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
14,90 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Zwei Kinder hören von einem fantastischen Wal – und machen sich auf die Suche nach ihm. Ein wunderbares Abenteuer beginnt.
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Tiere / Streit / Konflikt / fantastisch / märchenhaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die beiden Kinder Cuno und Aia hören von ihrem Vater von einem fantastischen Wal, der früher an ihrer Küste gesichtet wurde und nun verschwunden ist. Cuno ist fest entschlossen, den Wal zu entdecken. So beobachtet er von nun an tagtäglich die Küste und das Meer. Seine Schwester Aia stört ihn da nur. Als er sich eines Morgens heimlich aufmacht, den Wal auf dem Meer zu suchen, versteckt sich Aia im Boot. Zu spät entdeckt Cuno sie auch. Auf einer großen Eisfläche steigen beide Kinder aus dem Boot, doch es kommt zur Katastrophe und Aia wird auf einer Eisscholle abgetrieben. Nun taucht der fantastische Wal auf und rettet Aia, indem er sie vorsichtig zu Cuno zurückschiebt.
Die beiden Kinder wachsen in einer kargen und kalten Landschaft zwischen Eis und Meer auf. Sie gehören offenkundig zu den indigenen Völkern des Nordens. Der Wal in der väterlichen Erzählung hat mythologischen Charakter und so entdecken die Kinder auch seine Spuren in den Naturgewalten wie im Eisberg und Geysir. Grundsätzlich geht es aber um eine Geschwisterbeziehung, die gestärkt wird, als beide – zum Teil wider Willen – auf eine Abenteuerfahrt gehen und dem Geheimnis nachspüren, das vermeintlich weit weg liegt, dann aber doch in der Interaktion der beiden Kinder, konkret im zwischenzeitlichen Verlust Gestalt gewinnt und erscheint. So wachsen beide Kinder in der Begegnung mit dem Wal zusammen und bestreiten das Abenteuer schließlich gemeinsam.
Daniel Frosts Bilderbuch vermittelt die Geschichte mit wenig Text, wobei szenische Elemente wie die wörtliche Rede die sprachliche Ebene dominieren und dadurch einen filmischen Charakter erzeugen. Der wird auch durch die flächenhaften Acrylzeichnungen gestärkt, die zum Teil mit monochromen und kontrastiven Flächen und pastellenen Farbverläufen einen stark atmosphärischen Grundton erzeugen und auch reduzieren und typisieren – und damit zuspitzen. So entsteht ein eindrückliches Bilderbuch mit viel Raum zum Vorstellungsaufbau, das die Phantasie herausfordert und zum Mitempfinden der Reise der Kinder einlädt. Sehr zu empfehlen!

Michael Ritter
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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