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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Ustinov, Nikolai,     
Titel:
Die Füchsin und der Wolf
ISBN:
978-3-8251-5177-5  
Übersetzer:
Schmidt, Evelies
Originalsprache:
Russisch
Illustrator:
Ustinov, Nikolai
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Urachhaus, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein altes russisches Tiermärchen mit beeindruckenden Illustrationen von Nikolai Ustinov. Die atmosphärisch dichten Bilder der eisigen Winterlandschaft mit allen auffindbaren Szenarien der Handlung bleiben ganz sicher allen im Gedächntis, die das Bilderbuch lesen und betrachten. Die Moral der Geschichte, in der es um List und Betrug geht und die schlaue Füchsin am Ende triumphiert bietet sicher gute Gesprächsanlässe über Fragen von Ethik und Moral, gerade für ältere Kinder.
[emk 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Ethik / Philosophie / Tiere
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Das Märchen, das dieses Bilderbuch aus dem Urachhaus Verlag vorstellt, entstammt ursprünglich der berühmten Sammlung russischer Volksmärchen, die Alexander Afanasjew (1826-1871) herausgab. In seiner Märchensammlung, die 1985 von Swetlana Geier ins Deutsche übertragen wurde, steht es neben vielen anderen Tiermärchen, die vom Wolf, Fuchs, Hase oder Bär erzählen. Der Verlag Urachhaus entschied sich für eine gekürzte Fassung des Märchens in einer Übersetzung von Evelies Schmidt und für Illustrationen des bekannten russischen Malers Nikolai Ustinov (*1937). Diese Illustrationen sind tatsächlich beeindruckend schön. In sanften, erdigen Pastelltönen entsteht die Szenerie einer Bauernhütte mit Mann und Frau, wird uns eine russische Winterlandschaft mit rauhreifbezuckerten Weidenbäumen, einer bläulich schimmernden vereisten Wasserfläche des Flusses, einem Winterwald mit Pferdeschlitten und Pferd mit kalter, weiss leuchtender Mondsichel und den beiden Hauptakteuern der Geschichte, der listigen Füchsin und dem alten, gutgläubigen Wolf vor Augen geführt. Die Illustrationen lassen das Geschehen überaus plastisch werden, alles Wesentliche der Handlung ist zu entdecken und atmosphärisch überzeugend eingefangen.
Wie vielen Volksmärchen vermittelt auch dieses Tiermärchen eine eindeutige und leicht verständliche Moral. Eine Füchsin beobachtet, wie ein Mann Fische aus einem Eisloch am Fluss angelt und greift nach einer List, um an die appetitlichen Fische zu gelangen. Sie stellt sich tot, wird vom Fischer auf den Pferdewagen geworfen, weil der glaubt, einen schönen Fuchspelz ergattert zu haben. Still und heimlich aber wirft die Füchsin die Fische von der Fuhre wieder herunter, um sie in aller Ruhe selbst zu verspeisen. Als das ein Wolf im Vorüberkommen bemerkt, bittet der um einen kleinen Anteil von der Mahlzeit. Aber die Füchsin greift erneut zu einer List und lockt den Wolf zum Eisloch, wo er seinen Schwanz hineinhängen muss, um selbst an Fische zu gelangen. Das klappt natürlich nicht, denn der Schwanz friert fest und unter Schmerzen versucht sich der Wolf zu befreien, wird dabei von den Bauersfrauen ertappt und zum Schluss von der Füchsin ein weiteres Mal überlistet, als sie ihn dazu bringt, sie heimzutragen.
Der Geschlagene trägt die Ungeschlagene, ist die höhnische Moral dieses Märchens. Ältere Kinder und Erwachsene werden das als eine Schlussfolgerung lesen, die auch in manchen Tierfabeln zu finden ist. Kleinere Kinder werden mit dem böse überlisteten Wolf Mitleid verspüren und sich vielleicht wünschen, dass auch die gewissenlose Füchsin bestraft wird. Auf dem Cover des Bilderbuches reitet sie siegreich auf dem Rücken des alten Wolfes durch die Winterlandschaft, von Reue ist keine Spur zu entdecken - genug Stoff für Diskussionen und Gespräche nach der Lektüre dieses Wintermärchens im Bilderbuch.

Eva Maria Kohl
[emk 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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