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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Breen, Marta,     
Titel:
Rebellische Frauen. Women in Battle. 150 Jahre Kampf für Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit
ISBN:
978-3-945543-65-8  
Übersetzer:
Pröfrpck, Nora
Originalsprache:
Norwegisch
Illustrator:
Jordahl, Jenny
Seitenanzahl:
128
Verlag:
Elisabeth Sandmann Verlag,
Gattung:
Comic / Graphic Novel
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
25,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
150 Jahre Geschichte der Frauenbewegung in einer wunderbar unterhaltsamen und lehrreichen Zusammenstellung furchtloser Frauen
[sag 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
12 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gender / Geschlecht / Emanzipation / Mädchen / Frau / Geschichte / Ungleichheit / Arbeitswelt
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
In „Rebellische Frauen“ (2019, Sandmann Verlag) erzählt die norwegische Feministin und Autorin Marta Breen von 150 Jahren Kampf für Freiheit, Gleichheit und Schwesterlichkeit. Das Buch beginnt mit der Illustration eines typischen Familienportaits aus dem 19. Jahrhundert: Eine sitzende Frau im hochgeschlossenen Kleid mit einer Stickarbeit auf dem Schoß und zwei kleinen Kindern zu ihren Füßen, hinter ihr stehend der Familienvater mit stolz geschwellter Brust und heroischem Gesichtsausdruck, daneben die lakonische Bemerkung „Im 19. Jahrhundert sah das Leben für Frauen und Männer sehr unterschiedlich aus.“ Ausgehend von einer Entfaltung dieser Ungleichbehandlung wirft Breen den Blick auf verschiedene Stationen innerhalb der Geschichte der Emanzipation der Frau: Sie zeigt Frauen, die nicht aufgeben, um ihre (politische) Stimme erheben zu können, Frauen, die sich für das Recht darauf, über den eigenen Körper, die eigene Liebe oder die eigene Bildung bestimmen zu dürfen, einsetzen und sich dafür gegen die herrschenden Massen stellen. Exemplarisch werden dafür die politischen Wortführerinnen aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt: ehemalige Sklavinnen, die sich in den USA gegen die Sklaverei einsetzen, die Suffragetten, die in England für das Wahlrecht kämpfen, Frauen, die mit einer „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ die Werte der Französischen Revolution nicht nur für Männer forderten, Frauen, die in Deutschland für die Rechte der Arbeiterinnen kämpfen, Frauen, die im Iran das Recht auf religiöse Selbstbestimmung fordern und Mädchen, die in Afghanistan für das Recht auf Bildung kämpfen. Im Laufe der Lektüre wird deutlich, dass zum Kampf gegen die Unterdrückung der Frau immer auch der Kampf gegen die Unterdrückung anderer marginalisierter Gruppen gehört hat und dass die Errungenschaften täglich aufs Neue verteidigt werden müssen. Jenny Jordahls Illustrationen kommen durchgängig mit nur drei Farben aus. In Schwarz-Weiß-Zeichnungen, deren Kolorierung von Geschichte zu Geschichte wechselt, zeigen sie starke, wütende und solidarische, mitunter auch ironische Frauen, die die männlichen Figuren mitunter auf humorvolle Weise und mit einem Augenzwinkern lächerlich, ignorant und klein wirken lassen.
Eine leichte und wichtige Lektüre für junge Leser*innen, die Mut macht, sich für die Rechte aller einzusetzen!
Saskia Germer
[sag 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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