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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Lafargue, Jean-Noël,     
Titel:
Das Internet. Nicht nur virtuell
ISBN:
978-3-946593-75-1  
Übersetzer:
Jacoby, Edmund
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Burniat, Mathieu
Seitenanzahl:
104
Verlag:
Jacoby & Stuart, Berlin
Gattung:
Comic / Graphic Novel
Reihe:
Die Comicbibliothek des Wissens
Jahr:
2018
Preis:
12,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Gleichermaßen informativ und humorvoll werden in diesem Sachcomic Entstehungsgeschichte, technische Funktionsweise und soziale Auswirkungen des weltweit größten digitalen Netzwerkes beleuchtet.
[mz 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
12 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Computer / Ethik / Philosophie / Geschichte / Komik / Humor / Politik / Technik / Zukunft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Jean-Noel Lafague ist ein in Paris lehrender Experte für Technikgeschichte und ein einflussreicher Blogger. Er hat zahlreiche Bücher zu Themen veröffentlicht, die sich mit der Schnittstelle von Technik, Gesellschaft & Politik beschäftigen und dabei ebenso lehrreich wie unterhaltsam sind. Demzufolge werden die Herausgeber der COMICBIBLIOTHEK DES WISSENS bei der Wahl des Autors kaum einen Fehler gemacht haben, um ihre ambitionierte Sachcomicreihe mit einem Band über DAS INTERNET zu vervollständigen. Mit Mathieu Burniat wurde dem Autor zudem ein Zeichner an die Seite gestellt, der sich auf die Illustrierung populärwissenschaftlicher Literatur spezialisiert hat und komplexe Zusammenhänge bestens zu ver(sinn)bildlichen weiß.
Aus diesem Grund hat dieses Buch auch recht wenig mit diesen langweiligen Sachcomics gemein, die nicht mehr sind als eine Aneinanderreihung von (z.B. technischen) Informationen, die in Bild und näher erläuternden Sprechblasen dargereicht werden. Dieser Comic präsentiert den Leser*innen dagegen das in ihm steckende Wissen nicht im Modus der Erklärung oder der Belehrung, sondern verpackt es in eine Erzählung, die mit viel Humor und einem Hauch Gesellschaftskritik garniert wird. Internet, das scheint mir fast die wichtigste Lektion zu sein, welche die Leser*innen des Bandes vermittelt bekommen, ist kein rein technologisches, sondern auch oder gar insbesondere ein soziales Phänomen, das überall auf der Welt wirtschaftliche wie politische Begehrlichkeiten weckt.
Daher werden neben allerlei Fakten zur Funktionsweise und Materialität des Netzes (Internetprotokolle, URL, Browser, Suchmaschine, Unterschied zwischen Internet und Web, Plug-ins, Server, Web 2.0 etc.) ebenso die sozialen Auswirkungen der weltweit zunehmenden Internetnutzung betrachtet: Wie verändert sich unser Sozialverhalten mit den Aufkommen der neuen sozialen Medien (z.B. Facebook)? Welchen Einfluss hat die massenhafte Verbreitung von Internetpornografie auf das Liebes- und Beziehungsleben der Menschen außerhalb der virtuellen Räume? Wie verändern Onlinestores und virtuelle Verkaufsplattformen unser Einkaufsverhalten? Und welchen Einfluss hat das Internet auf unsere Art zu kommunizieren: im Privaten wie im Politischen, im Guten wie Schlechten?
In seinen Ausführungen räumt Lafargue dabei auch dem Anekdotischen und scheinbar Nebensächlichen einen gebührenden Platz ein (z.B. dass bei der ersten Ebay-Auktion ein defekter Laserpointer versteigert wurde). Und wie es Burniat z.B. gelingt, in drei aufeinander folgenden Panels den Unterschied zwischen den Suchmaschinen Yahoo, Altavista und Google rein grafisch, d.h. ohne weitere Worte auszudrücken, ist ein kleines Meisterstück, von denen es im Comic noch weitere zu entdecken gibt.
[mz 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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