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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Kuhlmann, Torben,     
Titel:
Edison - Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes
ISBN:
978-3-314-10447-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Kuhlmann, Torben
Seitenanzahl:
112
Verlag:
Nord-Süd, Zürich
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
22,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wahre Größe zeigt sich in der Überwindung der eigenen Grenzen.
[jodi 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Erfindung / Schatzsuche / Tiefsee / Maus / Edison / Glühlampe / U-Boot
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Hinter den Regalen eines Buchladens unterrichtet der in die Jahre gekommene Mäuseprofessor die Studierenden in Mäusegeschichte. Eines Tages wird er am Ende einer Vorlesung von Pete, einem kleinen Mäusejungen, mit einem Anliegen aufgesucht. Dessen Vorfahre soll bei einer Überfahrt nach Amerika durch ein Schiffsunglück einen Schatz verloren haben, der nur durch eine Expedition in die Tiefen des Meeres gehoben werden kann. Nach anfänglichem Unbehagen entschließt sich der Professor dazu, dem neugierigen Jungen zu helfen, und bereitet sich mit ihm auf das abenteuerliche Unterfangen vor. Gemeinsam entwerfen und bauen sie ein Unterseeboot, das den Gefahren des Atlantiks standhalten soll. Auf ihrer Reise in die Tiefen des Meeres begegnen sie eindrucksvollen Lebewesen und machen in einem alten Schiffswrack eine erstaunliche Entdeckung, die die Geschichtsschreibung der Mäuse und der Menschen verändern soll.
Mit Edison erschafft der bekannte Autor und Illustrator Torben Kuhlmann den dritten Teil der Bilderbuchreihe rund um die kleinen tierischen Erfinder und ihre Abenteuer. Mit seinem Debüt "Lindbergh" schloss er sein Studium in Illustration und Kommunikationsdesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg erfolgreich ab und feierte damit national und international einen großen Erfolg. Die Faszination für Amerika und seine Orientierung an filmischen Elementen in seinen Illustrationen lassen sich auch in dem Nachfolger Armstrong wiederfinden. In beiden Bänden werden Mäuse gezeigt, die durch ihre Erfindungen in der Fliegerei bzw. Raumfahrt die Menschen inspirieren.
[Johanna Dickfeld]
Dieses Baumuster wird im dritten Teil insofern unterbrochen, dass die Pioniertaten in der Tiefseefahrt der beiden Mäuse, die die zentrale Handlung darstellen, nicht vordergründig in Verbindung mit der Erfindung des elektrischen Lichtes und mit Thomas Alva Edison als Namensgeber des Buches stehen. Dadurch wird die Narration wesentlich komplexer. Die Spannungskurve steigt entlang der zunächst misslungen Erfindungen. Wird in Lindbergh und Armstrong der Höhepunkt mit dem gelungenen Abflug gekennzeichnet, so entfaltet sich die Narration bei Edison an dieser Stelle weiter. Das Schiffswrack wird entdeckt, Dokumente werden geborgen und die beiden Mäuse finden heraus, dass der Vorfahre von Pete die Glühbirne entwickelt und seine Erfindung an die Menschen weitergegeben hat. Dadurch wird die Geschichte auch deutlich umfangreicher, was sich besonders in der Textlänge bemerkbar macht. Am Ende des Buches werden Informationen über die Meilensteine in der Geschichte des elektrischen Lichtes dargeboten.
Der Text wird nicht mehr wie bei den Vorgängern vereinzelt in die Bilder eingefügt, sondern steht meist separat für sich und erstreckt sich teilweise über eine ganze Buchseite. Bild und Text verlaufen in der Darstellung ihrer Inhalte parallel zueinander. Während die Bilder die Geschichte mit Atmosphäre aufladen, beschreibt der Text den Fortgang der Handlung. An manchen Stellen überscheiden sich beide Ebenen aber stark. So zeigt beispielsweise ein formatfüllendes Bild den Professor und Pete, die dank ihrer Recherche ein Kreuz für das Schiffsunglück auf der Landkarte vermerken können. Auf der nächsten Seite wird im Text noch einmal detailliert und wiederholend beschrieben, was aus der Rezeption des Bildes schon deutlich hervorgegangen sein dürfte. Gegen Ende übernehmen die Bilder die Erzählung auch über mehrere Seiten hinweg und erlauben den Illustrationen ihre verdiente Autonomie. Die Sprache kennzeichnet sich durch kurze, verständliche Sätze, die in ihren Formulierungen dennoch literarisch anspruchsvoll sind.
Besonders beeindruckend sind die detaillierten, realistischen Bilder von Torben Kuhlmann. Mit gedeckten Farben gelingt es ihm, den Charme einer vergangenen Zeit – den 1950er Jahren in Amerika – in Braun- und Gelbtönen nachzuempfinden. Eindrucksvolle formatfüllende monoszenische Bilder wie beispielsweise vom Wal im Ozean und mehrere Bildfolgen, die als Fotografien oder Vignetten nebeneinander auf einer Buchseite angeordnet sind, wechseln sich ab. Mit spannenden Perspektiven werden die Tätigkeiten der Mäuse zum Beispiel aus der Froschperspektive gezeigt.
Insgesamt handelt es sich um ein bildgewaltiges Buch, das durch seine Illustrationen zum Erzählen und Fabulieren einlädt und das Kindern Zugänge in die Welt der Erfindungen bietet, indem es ihnen zeigt, dass die körperliche Größe nicht die Grenzen des eigenen Könnens bestimmen.
[jodi 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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