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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Dirk Bierbaß, Juliane Blech, Nadine Naugk (Hrsg.),     
Titel:
Eine Achtelnote ging spazieren
ISBN:
978-3-946219-21-7  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
GS Rasberg Zeitz
Seitenanzahl:
236
Verlag:
dorise-Verlag, Erfurt
Gattung:
Sonstige
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
10,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine wundervoll vielfältige, bewegende Anthologie mit Schüler*innentexten.
[tm 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Zukunft / Spannung / Lernen / Kindheit / Flucht / Außenseiter
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
„Unzensiert und unfrisiert“ – unter diesem Titel forderte der Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen-Anhalt zum jährlichen, sehr offen gehaltenen Schreibwettbewerb auf. Der Kreativität der Schreibenden waren keine Grenzen gesetzt. Dies spiegelt sich auch in den prämierten Texten der über 4500 Einsendungen wider: Sie sind, jeder für sich, einmalig und individuell. Während es sich bei einigen um kurze Prosatexte handelt, sind andere etwas längere epische Texte. Auch der Inhalt variiert stark: So sind einige der Schreibprodukte lockere, leichte Texte, die einen zum Schmunzeln bringen, während andere nachdenklich stimmen und sich mit Existenziellem auseinandersetzen. Wieder andere verorten sich irgendwo dazwischen, wie „Der Tempel“:
Heute steht der Tempel da. Morgen ist er wieder weg – das ist sein Lebenszweck. („Der Tempel“, Levin Tempel, Klasse 4, Halle)
Ein Teil der überwiegend von Schüler*innen aus Sachsen-Anhalt geschriebenen Texte ist im schulischen Kontext entstanden, jedoch nicht alle. So sind sich manche der abgedruckten Texte thematisch nah. Doch die Themenvielfalt insgesamt besticht. Sie wurde im Buch zu bündeln sowie zu kategorisieren versucht. Es entstanden sechs Kapitel: „Miteinander“, „Tiere“, „Draußen“, „Fantasie“, „Mittendrin“ und „Ich in der Welt“. Diese wurden mit Untertiteln versehen, welche, wie auch der Titel dieser 31. Anthologie, den Kindertexten entstammen. Es wird nicht nur an der inhaltlichen Vielfalt deutlich, wie Schreiben Wahrnehmung, Verarbeitung sowie Wertschätzung der Lebensrealität und -welt ist. Die Kinder und Jugendlichen kommunizieren in und mit ihren Texten ihren Alltag, ihre Erlebnisse, ihre Träume, ihre Ängste, ihre Visionen, ihr Sein. Sie geben damit teils tiefe Einblicke, wie in „Die Welt in meinen Träumen“:
"Stille.
Endlose Stille.
Nur ein Mensch.
Ein Mensch.
Ich.
Lärm.
Mehr Menschen.
Noch mehr Menschen.
Viele Seelen.
Gefangen.
Stille.
Keine Menschen.
Ich bin alleine.
Niemand da.
Panik.
Lärm.
Schnelles Auftauchen.
Aus unendlichen Tiefen.
Keine Menschen.
Wecker." (Friedrich H. Steingaß, Klasse 10, Reddeber)
Durch die Veröffentlichung der Kindertexte in dieser faszinierend vielseitigen Anthologie werden die Schreibergebnisse in besonderer Weise wertgeschätzt. Das Buch bereichern zudem 36 Holzschnitte von Viertklässler*innen der Grundschule Rasberg in Zeitz. Die eingesendeten Texte werden im Original alle im Archiv für Kindertexte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg neben vielen anderen, teils über 100 Jahre alten Schriftstücken von Kindern aus aller Welt, aufbewahrt und sind dort für alle Interessierten zugänglich.
Das Buch sendet eine ganz klare Botschaft: Schreiben ist großartig und macht Spaß. Apropos „Der Spaß“:
"Der Spaß ist kein Geschenk.
Wenn man Spaß haben will,
dann muss man ihn sich machen." (Annabell Giesecke, 9 Jahre, Zörbig)
In diesem Sinne gilt die Aufforderung: Schreibt! Ganz gleich was, ganz gleich wo – aber schreibt und gönnt euch diesen Spaß. Gönnen sollte man sich auch das Vergnügen der Rezeption dieses Buches.
[tm 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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