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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Musil, Manica,     
Titel:
Theo der Elefant
ISBN:
978-3-03893-003-7  
Übersetzer:
Cerne, Urska P.
Originalsprache:
slowenisch
Illustrator:
Musil, Manica
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Baeschlin, Glarus
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
19,80 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wie gut, wenn wenigstens einer und sei er noch so klein, zu einem hält.
[tm 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
0 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gefühle / Mobbing / Ausgrenzung / Freundschaft / Außenseiter
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Theo, der Elefant, erzählt sehr gern Geschichten. Andere würden sagen: „Er labert […] jemanden voll.“ Theo sieht sympathisch aus. Sehr aktiv und froh. Doch bei jedem, dem er begegnet, blitzt er eiskalt ab. Keiner möchte ihm Zeit oder Aufmerksamkeit schenken. Keiner möchte seine Geschichten hören. So traurig wie Theo darüber ist, dass ihm keiner zuhört, so traurig ist die kleine Ameise, dass Theo sie nicht hört. Bis er eines Nachmittags „endlich die dünne Stimme“ hört. Jetzt ist endlich einer da, der seine Vorliebe mit ihm teilt. „Und das machte Theo zum glücklichsten Elefanten der Welt.“
Dieses besondere Bilderbuch beginnt bereits beim Aufschlagen der Umschlagseiten mit drei frechen Vögeln, die sich ihr Geschnatter einfach nicht verkneifen können. Sie haben immer etwas zu zwitschern und begleiten – ziemlich gehässig – den Weg des Elefanten Theo. Seine Geschichte ist mit wenig Text erzählt. Diese Narration umfasst etwa zwei Sätze pro Seite. Dabei wurden Schlagworte auf besondere Art und Weise hervorgehoben: Sie sehen aus, als wären sie aus einer Zeitung herausgerissene Buchstaben, die wieder zu neuen Worten zusammengesetzt worden sind. Spannend ist, dass die einzelnen tierischen Akteur*innen die schlichte Erzählung durch Rede- oder Gedankenbeiträge bereichern. Diese sind in dickgedruckten Versalien klein in die Nähe der jeweiligen Figur gedruckt und mit zwei unauffälligen Punkten mit ihr verbunden. Zumeist handelt es sich hierbei um kurze Fragen oder freche Kommentare. Die Tiere äußern sich sehr umgangssprachlich, jedoch für den jungen Leser*innenkreis verständlich. Durch diese „Zwischenreden“ wirkt das Bilderbuch sehr lebhaft und die dargestellte Situation wirkt teils chaotisch. Thematisch setzt sich dieses Bilderbuch mit Ausgrenzung und Mobbing auseinander.
Hervorstechend ist die illustrative Gestaltung des Bilderbuches. Die slowenische Architektin und Künsterlin Manica Musil, gestaltet und erschafft Bilder durch die Komposition verschiedener Stoffe. So besteht Theo aus verschiedenen Fäden, Filz und Baumwollstoff. Die Vögel bspw. sind, bis auf ihr Auge sowie ihren Schnabel, ein einziges Fadenknäul. Auch die wenigen Details im Hintergrund sind gelegt, geknüpft oder gewebt. Diese textile Gestaltung des Buches ist außergewöhnlich und faszinierend. Sie verleiht dem Bilderbuch einen ganz besonderen Charakter. Damit harmoniert die Gestaltung des Textes.
Das Buch ist überraschend, interessant und bietet vielfältige Möglichkeiten der kreativen sowie kritischen Auseinandersetzung, auch im schulischen Kontext. Die Rezeption lohnt sich sehr.
[tm 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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