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Autor:
Walliams, David,     
Titel:
Banditen-Papa
ISBN:
978-3-499-21844-6  
Übersetzer:
Steen, Christiane
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Ross, Tony
Seitenanzahl:
448
Verlag:
Rowohlt, Reinbek
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein Unfall beendet die Karriere des erfolgreichen Stockcar-Fahrers Gilbert. Er verliert ein Bein, seine Frau verlässt ihn. Da er keinen Job findet, leben er und sein Sohn Frank bald in Armut. Doch auch in harten Zeiten halten sie zusammen, denn sie haben sich sehr gern. Für ein Geschenk für Frank verschuldet sich Gilbert und gerät dadurch in die Fänge einer Verbrecherbande. Nun wird er als Banditen-Papa bezeichnet. Das kann Frank nicht zulassen. Er wird beweisen, dass Papa ein guter Vater ist!
[pa 22 Sachsen]
       
Lesealter:
8 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Vater-Sohn-Beziehung / Abenteuer / Spannung / Armut
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Frank ist unglaublich stolz auf seinen Vater, der mit seiner Rennkiste Queenie beim Stockcar-Rennen einen Sieg nach dem anderen einfährt. Papa wiederum ist stolz auf seinen Sohn, begegnet ihm auf Augenhöhe. Beide haben sich zum Knuddeln gern. Ihre starke emotionale Beziehung verbindet sie auch, als nach dem Unfall bittere Armut über sie hereinbricht und die Leute den einst umjubelten Rennfahrer kaum noch beachten.
Als Papa ihm zu seinem 11. Geburtstag eine teure Modell-Rennbahn schenkt, fragt sich Frank trotz aller Freude, wie er das Geschenk wohl bezahlt hat. Seine Sorgen sind nicht unberechtigt. Da Gilbert seine Schulden nicht bezahlen kann, zwingen der Gangster-Boss Mr. Big und seine fiesen Handlanger Finger und Däumling ihn dazu, bei einem Banküberfall das Fluchtauto zu fahren. Frank kommt dahinter, kann es aber nicht verhindern. Papa wird als einziger gefasst, kommt ins Gefängnis und hat jetzt den Ruf eines schlechten Vaters. Völlig verzweifelt entwickelt Frank einen gewagten Plan: Er wird die Machenschaften der Verbrecherbande aufdecken, Unrecht wieder gutmachen und nachweisen, dass Gilbert der beste Papa auf der Welt ist. Ob dieses Vorhaben gelingt?
Kenner der Bücher von David Walliams werden auch in seinem nunmehr zehnten Kinderroman jede Menge schrägen britischen Humor, Turbulenzen und Überraschungen erwarten. Und sie werden nicht enttäuscht! Mit fast 450 Seiten ist “Banditen-Papa” zwar ein für junge Leser*innen recht dickes Buch, aber angesichts der spannenden und abgedrehten Handlung, einer rasanten und witzigen Erzählweise, jeder Menge Situationskomik und der gelungenen grafischen Gestaltung fliegt man nur so durch die Seiten. Da gibt es atemberaubende Autoverfolgungsfahrten, viele Gaunereien, zum Brüllen komische Szenen, mal prekäre, mal emotionale Momente.
Gelungen ist die Beschreibung der Charaktere. Neben dem liebenswert und warmherzig dargestellten Vater-Sohn-Duo begegnet man vielen überzeichneten, komischen Gestalten. Sei es die mal fliegende, mal verliebte Pastorin Judith, der ausgetrickste einäugige Gefängnisaufseher Mr. Glubsch oder Oberwachtmeister Spötter, der im Park in Unterhosen Leben rettet - all diese skurrilen Figuren werden den Leser*innen jede Menge Lacher entlocken. Tante Flip wandelt sich im Laufe der Geschichte von einer, mit ihren unzähligen selbstverfassten Gedichten nervenden Frau, zu einer Sympathieträgerin, die couragiert bei der Umsetzung von Franks Plan zu Papas Rehabilitierung mitwirkt.
Wie so oft spielt Walliams auch in diesem Buch mit der Schrift. Einzelne Wörter oder auch Geräusche werden mal durch Großschreibung, Fett- oder Kursivdruck, Schriftart- oder Schriftgrößenwechsel, mal durch das Verlassen der Textlinie besonders betont. Was scheinbar den Lesefluss unterbricht, hat durch die ungewöhnlich variierte Typografie einen besonderen Reiz.
Die zahlreichen comic-artigen kleinen und großen, auch mal doppelseitenfüllenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen des Illustrators Tony Ross bereichern den Text auf das Beste und unterstreichen dessen humorvollen Charakter.
Fazit: In einer turbulenten, überaus witzig und spannend erzählten Geschichte, mit jeder Menge Überraschungen und Übertreibungen, ist eine wichtige Botschaft verpackt: Nicht auf Geld und Reichtum kommt es an, was zählt, sind der Familienzusammenhalt und die Liebe zueinander. Sehr empfehlenswert!
[pa 22 Sachsen]
  
       

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