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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Louise, Zanni,     
Titel:
Arthur und der Bär
ISBN:
978-3-8369-5612-3  
Übersetzer:
Malich, Anja
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Mackintosh, David
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
12,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wer bin ich? Wie sehen die anderen mich? Mit diesen innersten Gefühlen und Fragen müssen sich der kleine Junge Arthur, der ein Bär ist und der Bär, der ein Junge ist, auseinandersetzen. Arthur wird in seiner Umwelt missverstanden und eines Tages reicht es ihm. Er zieht mit seinem Bärenbündel in den Wald. Da trifft er einen Bären, der ein Junge ist und es entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden...
[KrAl 22 Sachsen]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Außenseiter / Freundschaft / Gefühle
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Dieses großartige Bilderbuch schafft es, das schwierige Thema der Identität und des Ich-Werdens sehr ausdrucksstark und punktgenau zu bearbeiten. Es ist ein geniales Buch zur Förderung dialektischen Denkens und zum Aufbrechen festgefahrener Rollenstereotype, denn ein kleiner Junge, der eigentlich ein Bär ist/ sein will und ein Bär, der sich durch ein Jungenkostüm als Junge fühlt und identifiziert, zeigen die Turbulenzen und die Schwierigkeiten beim Sich-Selbst-Finden und der damit einhergehenden sozialen Normierung und gesellschaftlichen Erwartungshaltung bestimmter Rollenvorstellungen und Identitätsbilder. Durch klare, kantige Zeichnungen und expressive Farben werden in den Schlüsselmomenten des Bilderbuchs die Konflikte und die teilweise innere Aufgewühltheit wunderbar bildlich und graphisch umgesetzt. Besonders gelungen ist bei diesem Bilderbuch das Zusammenspiel zwischen piktoraler und verbaler Ebene, denn der Text ist zurückhaltend, niemals ausschweifend. Die klare Druckschrift und die punktuell fett gedruckte Hervorhebung wichtiger Textpassagen verstärken die Aussageabsicht, drängen sich aber nie dem Bild auf. Damit macht es sich wunderbar an diesem Bilderbuch, die verschiedenen Codes in Symbiose von Bild und Text zu entdecken und in einem Vorlesegespräch gemeinsam zu diskutieren. Inhaltlich ist dieses Buch weder klischeehaft noch überspitzt und allzu modern. Es schafft den Spagat zwischen kritischem Aufbrechen althergebrachter Vorstellungen und einer zu sehr übertriebenen Auflösung jeglicher Identifizierungsmöglichkeiten. Zu Erkunden, wie sich dann beide doch in ihre alten Rollen verwandeln, ist spannend und verspricht viel Diskussionsbedarf. Insgesamt ist dieses Bilderbuch ein gelungenes Werk, das zum Nachdenken und Sprechen über Gefühle und Identitätsmerkmale einlädt. Die Gestaltung ist dabei ein kreatives Kleinod an versteckten intertextuellen Bezügen und deutungsvollen Symboliken. Ein echter Gewinn für Zuhause, Kindergarten und Unterricht.
[KrAl 22 Sachsen]
  
       

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