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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Maar, Paul,     
Titel:
Ein Sams für Martin Taschenbier
ISBN:
978-3-7891-0826-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Dulleck, Nina
Seitenanzahl:
208
Verlag:
Oetinger, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Das Sams
Jahr:
2018
Preis:
13,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Das alte Sams im neuen Gewand. Die beliebte Kinderbuchreihe von Paul Maar überzeugt auch heute noch mit seinem besonderen Humor und einer spannungsreichen Handlung, bekommt aber einen zeitgemäßeren Look, der überzeugt.
[MeRi 22 Sachsen]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Klassenfahrt/ Freundschaft/ Mut/ fantastisch/ märchenhaft/ Komik/ Humor/ Schule/ Schüler
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Vielen Lesenden sind die Geschichten vom Sams bekannt. Sie gehören zu den beliebten Klassikern der Kinder und Jugendliteratur und haben bis heute nichts von ihrem Charme verloren. Der vierte Band “Ein Sams für Martin Taschenbier” erschien erstmals 1996 und weckt so möglicherweise auch bei erwachsenen (Vor-) Lesern Erinnerungen an ihre Zeit mit dem Sams.
Im vierten Band begegnen wir den bekannten Protagonisten Herrn Taschenbier nur kurz. Die Leser*innen begleiten nun seinen Sohn Martin. Dieser ist sehr schüchtern und ängstlich. In seiner Klasse ist er der Viertkleinste und Zweitschwächste, wird von einem Jungen namens Leander regelmäßig gepiesackt und sogar geschlagen. Unter diesen Umständen ist die anstehende Fahrt in ein Skilager kein Grund zur Freude. Zu allem Überfluss kommt sein einziger Freund Roland nicht mit, da seine überfürsorgliche Mutter eine Erkältung bei ihm vermutet. So sitzt Martin am Ende allein in einem Zimmer im Schullandheim und fühlt sich elend. Auf der Suche nach einer Medizin, die helfen könnte, entdeckt er die S.R. Tropfen. Knall auf Fall steht das Sams im Zimmer und macht nicht nur die Klassenfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis, sondern hilft Martin sich selbst zu helfen, sich seinen Ängsten zu stellen und etwas mutiger zu werden, wodurch er in der Klasse neuen Anschluss findet. Natürlich funktioniert das nicht ohne einige schiefgegangene Wünsche und Missgeschicke.
Die Geschichte lässt keinen Raum für Langeweile. Jedes Kapitel hat seinen eigenen Spannungsbogen. Paul Maar hat mit der Geschichte um das Sams und auch mit diesem Band einen fast zeitlosen Klassiker geschaffen. Denn trotz seiner stolzen 23 Jahre seit Entstehung funktioniert der Text auch heute noch. Die wenigen Hinweise auf die eigentliche Entstehungszeit, wie Computerspiele fallen kaum auf. Und selbst wenn, für Kinder sind solche Unterschiede in der Regel eher spannend. Warum müssen zum Beispiel alle Kinder an einem Telefon anstehen, um zu hause anzurufen? Der literarische Stoff Klassenfahrt mit dem dazugehörigen Figurenpersonal ist natürlich ein Dauerbrenner in der Kinderliteratur und ist wie Themen und Motive der Geschichte zeitlos. Freundschaft, Ausgrenzung in der Klasse, Einsamkeit, überbesorgte Eltern sind Erfahrungen, die Kinder jeder Generation ansprechen. Diese teilweise ernsten Themen werden kindgerecht und auch auf sehr humorvolle Weise bearbeitet. Tatsächlich ist der Humor des Buches von besonderer Bedeutung. Von der Figur des Sams selber über die Gestaltung der Figuren bis hin zu sprechenden Namen, aber auch auf Handlungsebene ist eine besondere Komik zu finden. Betont werden müssen in diesem Zusammenhang insbesondere die witzigen Sprachspiele und Reime des Sams, die sich zwischen Nonsens und Weisheit bewegen und immer wieder zum Schmunzeln oder im besten Fall lautem Lachen einladen. Sie durchziehen die gesamte Geschichte und lockern auch den Fließtext immer wieder auf.
Die einzelnen Bände wurden nun neu illustriert. Nina Dullek schafft es sehr überzeugend den Witz des Sams in Bilder zu übertragen. Es wirkt in seinem neuen Look etwas kindlicher und niedlicher. Die Illustrationen ziehen sich durch das gesamte Buch, mal sind bestimmte Szenen der Geschichte dargestellt, oft aber auch nur einzelne Figuren oder Elemente der Geschichte, wie die S.R. Tropfen. Die berühmten blauen Wunschpunkte sind vom Einband, über das Vorsatzpapier bis zu den Buchseiten überall zu finden. Besonders gelungen ist die Darstellung der Verwandlung von Martin Taschenbier zurück in das Sams. Einzig die zwei “Schneefall” -Doppelseiten, die komplett blau mit weißen Punkten hinterlegt sind, könnten weniger geübten Leser*innen Schwierigkeiten bereiten, da die Illustration hier stark von der Schrift ablenkt.
Die Geschichte bleibt lesens- und vorlesenswert. Im Grundschulkontext eignet sich das Buch gut zum Vorlesen, möglicherweise sogar im Vorfeld einer Klassenfahrt. Hierbei ist es auch möglich einzelne Episoden auszuwählen, ohne dass der Sinn entstellt wird. Als Anreiz für den Deutschunterricht und zur Förderung des kreativen Umgangs mit Sprache bietet es sich natürlich an mit den Kindern die Reime und Gedichte des Sams genauer zu betrachten und selbst solche Reime zu dichten.
[MeRi 22 Sachsen]
  
       

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