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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Acevedo, Elizabeth,     
Titel:
Poet X
ISBN:
978-3-499-00186-4  
Übersetzer:
Wahl, Leticia
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
352
Verlag:
Rowohlt, Reinbek
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
15,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Xiomara ist eine Poetin. Noch schreibt sie nur für sich selbst über sich, ihre Familie, ihre erste Liebe und ihre Kämpfe mit ihrer Mutter. Als alles eskaliert, rettet sie sich durch ihre Poesie.
[LuNe 22 Sachsen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Gefühle / Gender / Geschlecht / Emanzipation / Jugend / Adoleszenz / Literatur / Streit / Konflikt / Liebe
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Poet X erzählt die Geschichte von Xiomara. Sie stammt aus einer dominikanischen Familie und lebt mit ihren Eltern und ihrem Zwillingsbruder Xavier in Harlem. Ihr Körper hat sich in letzter Zeit so entwickelt, dass sie (vor allem Männern) auffällt, sie jedoch macht sich klein, redet nur mit wenigen vertrauten Menschen und geht auch in der Schule nicht aus sich heraus. Am meisten sie selbst ist sie, wenn sie Gedichte in das Notizbuch schreibt, welches ihr Xavier zum Geburtstag geschenkt hat. Ihr Zwillingsbruder ist ganz anders als Xiomara: Sie kämpft permanent für sich, aber auch für ihn, verteidigte ihn schon in ihrer Kindheit immer; er ist ruhiger, scheint auch mehr in sich zu ruhen. Im Laufe des Buches stellt sich heraus, dass er homosexuell ist, was er jedoch vor den strengkatholischen Eltern geheim hält. Auch Xio muss ihre aufkeimende Beziehung zu Aman vor ihren Eltern geheim halten. Ginge es nach ihrer Mutter, dürfte sie nicht einmal mit Jungen reden. Als sich Xiomara in Aman verliebt und immer mehr Zeit mit ihm verbringt, kommt es zu großen Konflikten mit ihrer Mutter. Zuflucht findet das Mädchen in ihrer Poetik: Sie findet ihre Stimme als Poetryslammerin, lernt, ihre Worte öffentlich vorzutragen und sich so für andere zu öffnen.
Diese Geschichte eines Coming-of-Age ist in Versen geschrieben, welche sich nicht reimen. Sie sind sehr bewegend und kraftvoll und geben der Geschichte einen spannenden und authentischen Charakter. Die tagebuchähnlichen Gedichte Xiomaras erzählen ausschließlich aus der Innensicht des Mädchens. Als Leserin erhalten wir ausschließlich Informationen aus den Gedichten, welche auch nicht erklärt werden; dies allerdings auch gar nicht nötig haben. Diese Form macht die Geschichte sehr ungewöhnlich, das Buch liest sich aber unglaublich gut und flüssig. Durch die Gedichte wird die Geschichte gewissermaßen in eine kondensierte und intensivierte Form gebracht.
Typische Themen der Lebenswelt von Teenagern, wie Konflikte mit den Eltern, die erste große Liebe und auch Homosexualität kommen in Poet X vor. Das Thema Poetry Slam spielt ebenfalls eine große Rolle, auch die Sprache der Geschichte ist im Poetry-Slam-Stil gehalten: Form und Inhalt korrelieren so auf eine ganz enge Art miteinander.
Diese ungewöhnliche und moderne, junge Form der Poesie kann Schülerinnen abholen, die sich, wie Xiomara, unverstanden und einsam fühlen, dies ist auch das dezidierte Ziel der Autorin, wie sie im Nachwort schreibt. Im Unterricht könnte man beispielsweise einige Gedichte herausnehmen (wenn man nicht den ganzen Roman behandeln möchte) und mit Schülerinnen ab 14 Jahren besprechen, ihnen eventuell sogar Anregungen geben, sich selbst schreibend auszudrücken. Auf der Seite des Verlages wird dazu ausführliches Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.
Zusammenfassend handelt es sich bei Poet X um ein überraschendes, berührendes und ungewöhnliches Werk über starke junge Frauen, welches auch die erwachsene Leserin sehr gefesselt hat.
[LuNe 22 Sachsen]
  
       

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