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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Kölpin, Regine / Edelmann, Gitta,     
Titel:
Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern
ISBN:
978-3-948207-00-7  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Sommer, Juno
Seitenanzahl:
240
Verlag:
Gutenberg Stiftung, Mainz
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
8,80 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Der Waisenjunge Martin kommt als Lehrling in die Werkstatt von Johannes Gutenberg, in der unter absoluter Geheimhaltung an der Erfindung des Buchdrucks gearbeitet wird. Doch seit Martin da ist, gehen Lettern verloren. Schnell steht Martin als Dieb unter Verdacht. Doch er ist unschuldig. Kann er gemeinsam mit dem Nachbarmädchen Klara den wahren Dieb fangen? Wer ist der Dieb? Warum stiehlt er die Letter? Die Zeit drängt, denn Gutenberg will die Bibel drucken.
[BW 22 Sachsen]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Buchdruck / Erfindung / Spätmittelalter / Johannes Gutenberg,
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die historische Erfindung des Buchdrucks war eine Weltrevolution. Sie ist einer der Zäsurpunkte am Ende des Mittelalters. Mit ihr beginnt u.a. die Frühe Neuzeit. Ohne den Buchdruck hätte es die Reformation nicht so gegeben. Der Buchdruck veränderte die deutsche, die europäische, ja die Weltgeschichte. Doch wie kann man Kindern diese großartige Erfindung in ihrer Bedeutung nahe bringen? Regine Kölpin und Gitta Edelmann tun es mit ihrem historischen Kinderkrimi "Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern", der bei der Gutenberg Stiftung 2019 erschienen ist.
Die Genrewahl Kinderkrimi verspricht per se Unterhaltung und Spannung. Als historischer Kinderkrimi nimmt das Kinderbuch Kinder ab 8 Jahre, wie auf einer Zeitreise, ins Mainz im Jahr 1453 mit. Mit zwei Hauptfiguren erleben die Leser diesen spannenden historischen Moment. Da ist Klara, deren Vater nicht nur Nachbar von Gutenberg ist, sondern als Illustrator eng mit den Handschriften, der alten Buchkunst verwoben ist. Klara ist intelligent, mutig und im Zeichnen sehr talentiert. Nachts schleicht sie sich in Gutenbergs Werkstatt. Sie hat einen Geheimeingang in die absolut verschlossene Werkstatt gefunden. Denn niemand außerhalb der Werkstatt soll von Gutenbergs Erfindung erfahren - noch nicht, denn Gutenberg will so bald wie möglich seine erste gedruckte Bibel der Öffentlichkeit zeigen.
Die zweite Figur ist Martin, der als Waisenjunge neu als Lehrling zu Gutenbergs Werkstatt zustößt. Justament als Martin, wissbegierig, dort mit dem Arbeiten beginnt, verschwinden in der Werkstatt Lettern. Schnell steht Martin als Dieb unter Verdacht. Doch er ist unschuldig. Kann er gemeinsam mit dem Nachbarmädchen Klara den wahren Dieb fangen? Wer ist der Dieb? Warum stiehlt er die Letter? Die Zeit drängt, denn Gutenberg will die Bibel drucken.
Edelmann und Kölpin schaffen mit einem lebendigen, unterhaltsamen, kurzweiligen Krimi en passant den Kindern nicht nur die Erfindung, ihre Genialität, ihr Prinzip und ihr Novität zu erklären, sondern auch die Zeit des Spätmittelalters nahe zu bringen. Da geht es um die Lebensumstände des Waisenjungen, wie er zur Lehrstelle kam, seine Arbeit dort, sein Alter. Dass Martin lesen und schreiben kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Es geht auch um so banale Dinge wie Kochen, Kleidung, Essen, Schlafstätten, Toilette. Die beiden Autorinnen zeichnen ein sehr gutes Bild des Lebensalltags. Sie zeigen die Lebensumstände der beiden Kinder auf - als Waisenjunge und als Halbwaisin, deren Mutter verstorben ist und die ihr emotional, aber auch im Alltag sehr fehlt. Es geht um den Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern, zwischen Gesellen und Meister. Genau diese Erweiterung um die Erfindung herum hebt zum einen ihre Bedeutung noch mehr hervor und macht die Zeit für die Leser faktensicher und doch auch erzählerisch lebendig. Die Kinder lernen mehr als nur den Buchdruck kennen.
Kurzweilig und unterhaltsam ist der Erzählstil. Man fliegt durch die Seiten, ist voll in der Geschichte gefangen. Der Leser ist immer auf dem Wissensstand der Figuren und am Ende genauso über die Auflösung überrascht.
Am Ende erläutern kurz und verständlich die Autorinnen die historischen Grundlagen. Im Glossar finden die Kinder gute Erklärungen zu den (historischen) Begriffen.
Der historische Kinderkrimi "Johannes Gutenberg und die verschwundenen Lettern" von Regine Kölpin und Gitta Edelmann ist ein absolut zu empfehlendes Kinderbuch - für den heimischen Lesegenuss, aber auch als Unterrichtsmaterial im Geschichtsunterricht. Nach der Lektüre wissen die Kinder, wie die Erfindung des Buchdrucks aussah, warum sie so bedeutend ist und um das Leben im späten Mittelalter. So macht Geschichte Spaß!
[BW 22 Sachsen]
  
       

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