AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

6802 aktuelle Rezensionen, weitere 74028 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Garrido, Maria    
Titel:
Als die Vögel vergaßen Vögel zu sein
ISBN:
978-3-905945-51-5  
Übersetzer:
Thiessen Lydia
Originalsprache:
Spanisch
Illustrator:
Hernandez David
Seitenanzahl:
26
Verlag:
aracari, Baar, CH
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Kleine philosophische Bibliothek
Jahr:
2015
Preis:
14,90 €   Buch: Hardcover
       
Inhalt:
Es wird die Geschichte erzählt, wie die Vögel vergaßen zu fliegen und sich andere Visionen von ihrem Leben ausdachten, die jedoch nur schwer oder gar nicht zu realisieren sind. Ihren Jungen erklärten sie, wie mit vielfältiger Technik die Welt und somit auch ihr Wesen zu verändern seien. Sie wünschten sich Sachen, die nicht zu haben sind, wollten alles kontrollieren und besiegelten so ihren Untergang. Oder gibt es noch einen Vogel, der einfach nur fliegen möchte?
[rene Sachsen]
       
Lesealter:
0 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Natur Tiere Ethik
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Das Buch wurde bereits mit dem “Internationalen Preis von Compostella für illustrierte Bücher” ausgezeichnet. In seltsamen, aber beeindruckenden schwarz-weißen Illustrationen werden die Vögel dargestellt, wie sie sich ihrer Eigenart entledigen und versuchen, genauso wie die Menschen, denn das ist die dahinter sichtbar werdende Parabel, ein neues Zeitalter herbeizusehnen, das jedoch für sie ein Albtraum wird. Deswegen sind die Vögel auch in personifizierter Form gezeichnet. Fett sitzt der Vogel auf dem entblätterten Ast eines Baumes und schaut trostlos in die Tiefe, denn seine Flügel sind schon abhanden gekommen; so auf der ersten Seite. Text wird nur sehr wenig in die riesigen Zeichnungen eingegeben, er scheint beinahe nebensächlich zu sein. Die Bildfolge erklärt eigentlich alles selbst. Sie bauen die schönsten Nester (als Vogelbauer wie eine Hängematte an einem Strick im entlaubten Wald), entwickeln neue Flugmethoden mit Ballons, die von Propeller per Kettenantrieb bewegt werden, schmücken sich mit mondänen Gewändern und vergessen derart das Eigentliche ihres Daseins. Dazu vermehren sich sich maßlos, und zuletzt ist ihre Lebensgrundlage nicht mehr gewährleistet, die Welt gleicht einem gespenstischen Horrorgebilde. Aber selbst der letzte Flugversuch erweist sich als eine Farce: wenn man an einen Strick angebunden ist, kann man nicht frei fliegen!
Die Bilder sind in ihrer Düsterheit unerhört ausdrucksstark. Sie faszinieren durch ihre Personifizierung. Selbst die an sich schmucken Gewänder verklären sich im Dunkel und haben alles Erhabene verloren. Die philosophischen “Lehren” springen aus jedem Bild und sie sind sicherlich von verschiedenen Altersgruppen zu verstehen, erst recht von Erwachsenen. Ein preiswürdiges Buch!
[rene Sachsen]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.