AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

10072 aktuelle Rezensionen, weitere 78341 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Funke, Cornelia,     
Titel:
Das verzauberte Klassenzimmer
ISBN:
978-3-7432-1218-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Funke, Cornelia
Seitenanzahl:
37
Verlag:
Loewe, Bindlach
Gattung:
Erstlesebuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
8,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Inga kommt neu in die Klasse 2b und mischt den Unterricht ordentlich auf. Plötzlich läuft die Kreide durch den Klassenraum, Nilpferde fliegen durch die Gegend und Kühe sitzen auf dem Lehrerpult. Schnell drängt sich den Kindern ein Verdacht auf: Inga kann zaubern!
Ein fröhliches Erstlesebuch für Kinder im 1. Schuljahr von der populären Autorin Cornelia Funke.
[kku 20 Rheinland-Pfalz]
       
Lesealter:
6 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
fantastisch / märchenhaft / Schule / Schüler
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
„Das verzauberte Klassenzimmer“ stammt aus der Frühphase der prominenten Kinderbuchautorin und wurde noch, wie alle ihre frühen Werke („Die wilden Hühner“, „Zottelkralle“ und „Kein Keks für Kobolde“, um nur einige Beispiele zu nennen) von Funke selbst illustriert. Der Loewe Verlag hat das erstmals 1997 erschienene Kinderbuch neu aufgelegt und mit dem Etikett „Erstleseklassiker“ versehen. Mit dieser Etikettierung greift der Verlag nicht zu weit, denn es handelt sich tatsächlich um ein sehr empfehlenswertes Erstlesebuch, dem die Balance zwischen einfacher Sprache und anregendem literarästhetischen Potenzial sehr gut gelingt. In ihren Kinderbüchern stellt Funke immer wieder unter Beweis, dass sie eine Meisterin des kinderliterarischen Geschichtenerzählens ist, deren Werke in der Anlage und Erzählkraft an ein romantisches Kindheitsbild und Klassiker wie die Bücher von Preußler anschließen, insofern als sie meist ein phantastisches Setting wählt, das kindliche Leser*innen gut anzusprechen weiß. Ebendies ist auch im „verzauberten Klassenzimmer“ der Fall, in dem eine phantastische Figur in eine realistische Erzählwelt eindringt, die nah am kindlichen Alltagserleben ist. Ingas Auftreten sorgt für Wirbel und Spannung. Ihre Zauberei entfaltet das komische Potenzial des Textes. Funkes Illustrationen unterstreichen die treffend gewählte einfache Sprache. Weder Syntax noch Erzählstruktur sollten Leseanfänger*innen überfordern. Die Einfachheit der Sprache mündet in eine Poetik, die explizit für die schulische Lektüre konzipierten vereinfachten Texten häufig abgeht, zumal sie sich phasenweise an der Grenze zum Lyrischen bewegt: „Inga aber hüpfte zu dem einzigen leeren Platz. Ganz hinten neben dem dicken Max.“ (S. 13)
Wie schwierig es ist, die Vorgaben für Erstlesebücher zu erfüllen und dabei nicht in Banalität und Trivialität abzugleiten, hat jüngst Kirsten Boie beschrieben. Doch sowohl sie als auch Cornelia Funke finden eine einfache Sprache, die zwar reduziert ist, aber doch nicht unterkomplex, die es schafft, so zu erzählen, dass Lesanfänger*innen weder über- noch unterfordert werden und sich auch nicht langweilen müssen. Von daher ein sehr empfehlenswertes Erstlesebuch, das Büchereien für 1. und 2. Klassen gern aufnehmen sollten.
[kku 20 Rheinland-Pfalz]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.