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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Franz, Cornelia,     
Titel:
Calypsos Irrfahrt
ISBN:
978-3-551-55519-9  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
144
Verlag:
Carlsen, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
12,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine Freundschaftsgeschichte auf hoher See, die ernste Töne findet und so einen wichtigen Einblick in das vielschichtige Thema Flucht gibt.
[Sascha Wittmer 20 Rheinland-Pfalz]
       
Lesealter:
10 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Flucht / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Oscar verbringt die Sommerferien mit seinen Eltern auf dem Mittelmeer – als Familie wollen sie einen vierwöchigen Segeltörn machen. Was zunächst nach viel Aufregung und Abenteuer klingt, ist für Oscar aber schnell sehr langweilig. Fahrt nimmt die Reise für ihn jedoch auf, als die Familie im Mittelmeer zwei Kinder in einem Rettungsring findet. Nala und ihr kleiner Bruder Moh sind wahrscheinlich während eines Fluchtversuchs von einem Flüchtlingsboot gefallen.
Es beginnt eine Odyssee von Hafen zu Hafen. Oscars Eltern wollen Nala und Moh in die Obhut einer Flüchtlingsunterkunft geben, doch nirgends dürfen die beiden traumatisierten Kinder bleiben. Tag für Tag freunden sich die drei Kinder immer mehr an – Sprachbarrieren werden spielerisch überwunden. Die Autorin Cornelia Franz verpasst es dabei jedoch nicht, die Grenzen dieser schicksalhaften Begegnung auf dem Mittelmeer aufzuzeigen: Auch wenn die Eltern Nala und Moh in Sicherheit bringen wollen, haben sie doch mit Gewissensbissen zu kämpfen und fragen sich, ob es den beiden Kindern überhaupt in einer Flüchtlingsunterkunft gut gehen kann. Andererseits haben sie auch ihr eigenes Leben in Deutschland zu leben. Zeitgleich offenbaren sich immer wieder Spuren an traumatischen Erlebnissen, mit denen alle an Bord lernen müssen umzugehen. Indem Cornelia Funke solche Erfahrungen nicht verschweigt, wirkt die Geschichte ehrlich. Zu keinem Zeitpunkt erscheint die Geschichte dabei zu stark narrativ verfremdet. Es überrascht aber auch nicht, dass sich die drei Kinder derart anfreunden, dass sie sich nicht mehr voneinander trennen wollen und gegen das Anliegen der Eltern, Nala und Moh abzugeben, aufbegehren.

Die Figuren sind charakterstark gezeichnet und erhalten im Verlauf der Handlung immer mehr an Tiefe. Den Sprachbarrieren von Nala und Moh begegnet Cornelia Funke durch Dialoge der Geschwisterkinder, die in kursiv gesetzt sind und damit anzeigen, dass sie nicht in deutscher Sprache gesprochen sind.

Eine Freundschaftsgeschichte auf hoher See, die ernste Töne findet und so einen wichtigen Einblick in das vielschichtige Thema Flucht gibt.
[Sascha Wittmer 20 Rheinland-Pfalz]
  
       

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