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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Orghandl, Franz,     
Titel:
Der Katze ist es ganz egal
ISBN:
978-3-95470-231-2  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Strozyk, Theresa
Seitenanzahl:
104
Verlag:
Klett-Kinderbuch, Leipzig
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
13,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
„Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl und Theresa Strozyk ist ein multimodal wunderbar arrangiertes Kunstwerk, das gesellschaftlich Relevantes ästhetisch anspruchsvoll zum Ausdruck bringt.
[Sascha Wittmer 20 Rheinland-Pfalz]
       
Lesealter:
8 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gender / Geschlecht / Emanzipation
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
„Der Katze ist es ganz egal“, der Mama, dem Papa und dem Opa aber nicht. Leo will nicht mehr Leo genannt werden, sondern Jennifer. Leo bzw. Jennifer sagt, sie sei jetzt ein Mädchen. Dass ihre Identität nicht mit ihren äußeren Geschlechtsmerkmalen übereinstimmt, diese Entscheidung trifft Jennifer dabei ganz selbstbewusst. Sie outet sich als transgender Person und Rezipient*innen dürfen miterleben, wie es für sie ist, sich in ihrem Alltag zwischen einer verständnisvollen Kinderwelt und einer zunächst ablehnenden Erwachsenenwelt zu bewegen. Dabei stößt der Schrifttext der Autorin Franz Orghandl wichtige Gedanken ganz selbstverständlich und mit klaren Worten an, zum Beispiel wenn Jennifer zu ihrem Papa sagt: „Mein Penis lässt mich ein Mädchen sein, nur du nicht!“ (S. 36) Im Verlauf der Handlung werden normative Vorstellungen immer weiter entgrenzt. Dafür werden Jennifer von der Autorin charakterstarke Freund*innen zur Seite gestellt, die ihr auf ihrem Weg helfen, sie selbst zu sein – dies gefällt, weil es oft nicht einfach ist, Erwachsenen etwas so zu sagen, dass sie es auch verstehen. Letzten Endes verstehen es aber auch die Eltern, Jennifer so anzunehmen, wie sie ist, und setzen damit ein mutiges Zeichen, dass es auch noch im Erwachsenenalter möglich ist, Geschlechtsstereotype zu überwinden und eigene Gefühle zu verwandeln. Dies wird von Franz Orghandl aber nicht mit erhobenem Zeigefinger erzählt, sondern ganz nebenbei zwischen einer lustigen Geschichte. Zu diesem Eindruck tragen auch die Zeichnungen von Theresa Strozyk bei, die mimisch und gestisch überzeichnet sind und die Figuren so komplex und überaus schwungvoll inszenieren. Aufgelockert wird der Text ebenso von typografisch hervorgehobenen Übersetzungen mancher in wienerischem Dialekt geschriebener Worte und comicartiger Figurenrede wie auch pointierten Sprechbildern.

„Der Katze ist es ganz egal“ von Franz Orghandl und Theresa Strozyk ist ein multimodal wunderbar arrangiertes Kunstwerk, das gesellschaftlich Relevantes ästhetisch anspruchsvoll zum Ausdruck bringt.

Sascha Wittmer
[Sascha Wittmer 20 Rheinland-Pfalz]
  
       

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