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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
de Vries, Daan Remmerts,     
Titel:
Kaninchentango
ISBN:
978-3-907114-07-0  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Schubert, Ingrid / Schubert, Dieter
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Aracari, Zürich
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
"Kaninchentango" ist eine Hommage auf die Liebe, die durch die besonderen Bildkompositionen die Herzen der Betrachtenden mittanzen lassen kann.
[SaW 20 Rheinland-Pfalz]
       
Lesealter:
4 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
fantastisch / märchenhaft / Gefühle / Liebe / Spiel / Tiere
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Das wortlose Bilderbuch „Kaninchentango“ von Daan Remmerts de Vries sowie Ingrid und Dieter Schubert ist eine Einladung an die Poesie der Liebe. Zwei Kaninchen, das eine mit einer Krawatte, das andere mit einer Perlenkette, begegnen sich an einem Fluss. Ihre Füße berühren sich vorsichtig. Schmetterlinge steigen auf. Die beiden Kaninchen sind umgeben von warmen Aquarelltönen, die ineinander fließen. Sie scheinen nervös zu sein, aufgeregt und sehr gespannt: Die Kaninchenfrau durchbricht die knisternde Stimmung und es beginnt ein Tanz voller Glück. Die Kaninchen blicken sich tief in die Augen und scheinen zu wissen: Das ist unser Moment. Sie vergessen die Zeit und tanzen und tanzen ... und tanzen. Sie schwingen sich durch die Lüfte, übertreiben es mitunter und ihre Seligkeit scheint groß.

Was genau die Handlung des Bilderbuch ist, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Vielmehr lädt es die Betrachtenden ein, den Tanz der Kaninchen aus zwei Perspektiven mitzuerleben, in Erinnerungen zu schwelgen und eigene Lesarten zu entwickeln.

Das Bilderbuch weist dabei eine besondere Komposition auf: Es ist ein Wendebuch, das von zwei Seiten gelesen werden kann. Als horizontale Linie dient das Flussufer, doch beide Seiten sind nicht voneinander zu trennen, denn sie sind keine Spiegelungen, sondern eine sich ergänzende Einheit. Den Illustrator*innen ist es gelungen, eine Liebesgeschichte visuell zu erzählen, für die es Entschleunigung braucht, denn es sind die Details, die einem die Geschichte miterleben lassen: die Blicke der Kaninchen, die Gerichtetheit der Körper, die warmen Farben und die sparsam gestaltete Kulisse.

„Kaninchentango“ ist ein poetisches Spiel, das den Betrachtenden als wortloses Umkehrbuch eine nicht enden wollende Geschichte eröffnet, in der es vielmehr als die eine Deutung gibt. In diesem Sinne ist das farbenprächtige Bilderbuch durchaus zu empfehlen – wenngleich die Rezeption ein hohes Maß an Muße verlangt.

Sascha Wittmer
[SaW 20 Rheinland-Pfalz]
  
       

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