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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Yaccarino, Dan,     
Titel:
Der längste Sturm
ISBN:
978-3-03934-010-1  
Übersetzer:
Thuswaldner, Jakob
Originalsprache:
Amerikanisch
Illustrator:
Yaccarino, Dan
Seitenanzahl:
44
Verlag:
minedition AG, Zürich
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
20,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wann der Sturm vorbei sein wird, weiß keiner. Klar ist aber, dass das Eingeschlossensein im Haus Stress für Papa, die drei Kinder und den Hund bedeutet. Gereizt und wütend aufeinander mag man sich nichts Nettes mehr sagen, bis die ganz schlimme Nacht, in der Papas Bett Schutz und den ersehnten Trost bietet, alles ändert.
[34 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Angst / Streit / Konflikt / Gefühle
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Ein Sturm zieht auf, schlimmer als andere Stürme zuvor. Und er dauert! Wie sich die Zeit als alleinerziehender Vater mit drei Kindern und einem Hund vertreiben? Die Stimmung schlägt um, wird gereizter, die Wut wächst, man kann sich gegenseitig kaum ausstehen! Dann die schlimmste Nacht! Es blitzt und donnert, das ganze Haus bebt. Jetzt bietet Papas Bett allen eine wärmende Zuflucht. Man erklärt und entschuldigt sich. Auch wenn der Sturm weiter tobt, ist die Verbundenheit zurückgekehrt. Die Familie richtet sich ein, spielt, kocht, sieht fern – und endlich kommt er, der unvergesslich schöne Tag, an dem die Sonne scheint und nach draußen lockt. – Die Geschichte beschreibt eine Dynamik, wie sie sich in solchen Stresssituationen leicht ergibt. Als die Gefahr besonders groß wird, bietet die gemeinsame Nähe trotz aller Zerwürfnisse den nötigen Schutz. Das Miteinander fühlt sich wieder gut an. – Die Geschichte kommt mit kurzen, einfachen Sätzen und wenigen Worten des ungenannten Ich-Erzählers aus. Etliche Seiten enthalten gar keinen Text. Die Zeichnungen sind sehr grafisch und schablonenhaft. Flächig verzichten sie auf räumliche Darstellungen. Obwohl die Gesichter den Ausdruck von Ratlosigkeit, Langeweile oder Zorn gut vermitteln, sind sie zu wenig ausgearbeitet und lassen Individualität vermissen. Ein differenzierter Ausdruck für Niedergeschlagenheit, Angst, Zufriedenheit, Geborgenheit, Freude hätte der Geschichte gut getan. Die Illustrationen erinnern an Plakatkunst oder Werbung. Die Farbgebung ist klar konturiert mit wenigen, unvermischten Farben. Figuren auf weißem Grund, ein ganzseitiger roter Hintergrund für die zornigen Papa, ganzseitige Grautöne bei Niedergeschlagenheit, dunkles Blau für die Nacht, grelles Gelb für den Blitz u.ä. - Mit Kindern ergeben sich aus dieser Geschichte bedeutungsvolle Gesprächsanlässe: Auch wenn sich alle – vom Stress überfordert - unverstanden und unglücklich zurückziehen, bleibt die Sehnsucht nach Wärme, Nähe, Trost und gegenseitigem Schutz. Reden schafft gegenseitiges Verständnis. Dass eine Entschuldigung für ein unglückliches Verhalten hilfreich sein kann, lässt sich aus der Geschichte gut herauslesen. Der „längste Sturm“ kann neben dem realen Sturmgeschehen auch leicht als Metapher für die Corona-Pandemie dienen. Kinder können, angeregt durch die Geschichte, ihre Erfahrungen mit der schwierigen Lockdown- oder Quarantänesituation in der Familie versprachlichen.
[34 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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