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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Chan, Mabel et al.,     
Titel:
Bilderpedia Ein Lexikon - 10.000 Fotos
ISBN:
978-3-8310-4223-4  
Übersetzer:
Reit, Birgit et al.
Originalsprache:
Illustrator:
Chan, Mabel et al.
Seitenanzahl:
360
Verlag:
Dorling Kindersley, München
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
24,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein klassisches Allgemein-Lexikon in einer dem geringen Platzangebot angepassten, abgespeckten Version mit themenbezogenen (!) Inhalten tritt in den Wettbewerb zur digitalen Recherchen-Technik. Mit seiner transparenten weil aufgelockerten Darstellung der Abbildungen und der Texte überrascht es mit einem unterhaltsamen breitgefächertem, bewusst oberflächlich gehaltenem Wissensangebot.
[Gierlich35 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
12 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Lexikon / Wissen / Bildung
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Das 31 x 26 cm2 große und etwa 2 kg schwere Buch mit seinen 360 Seiten hat von seiner Größe schon eher Bildbandcharakter. Es erschien in England erstmals 2016 und wurde 2021 aktualisiert.
Die Angaben hinsichtlich des Lektorats, der Gestaltung und Bildredaktion lassen den Rückschluss auf ein Viel-Personen-Autorenbuch zu.
Der Buchtitel „Bilderpedia“ als Kunstwort stellt eine Enzyklopädie von Bildern (Abbildungen, hinter denen sich Fotografien, Grafiken, Zeichnungen, Statistiken, Bewegungs- und Arbeitsvorgänge, Landkarten) dar mit relativ viel themenbezogenem Text. Alle Druck- und Layout-Techniken unterstreichen die Aussagekraft der Bilder. Je nach Raumbedarf dominieren der Text oder die Abbildungen. Zwangsläufig geraten Text und Abbildungen nicht immer maßstabsgetreu zu Darstellung. So wird der Airbus 380 kleiner dargestellt als der Flügelschlagapparat von Leonardo da Vinci. Die erläuternden Textfelder sind meistens übersichtlich und strukturiert zwischen die Abbildungen eingefügt - entweder tabellarisch oder auch längs eines gewundenen Zeitstrahls wie etwa bei der Darstellung der Erdgeschichte.

Vom Inhalt liefert das Buch mehr, als der Titel hergibt. Es ist nicht nur ein Bilderbuch, sondern ein stark abgespecktes, aber dennoch unterhaltsames Allgemein-Lexikon - ganz ohne digitalen Support. Man könnte es als einen Leitfaden verstehen, in welchem die wichtigsten Mosaikbausteinchen unseres gesellschaftlichen Allgemeinwissens spotlikeartig wieder gegeben werden.
Die vielen Untertitel aus den 6 großen Themenkreisen (Wissenschaft und Technik, Natur, Erde, Kultur, Sport und Freizeit sowie Geschichte) werden - streng auf 1 - 2 Seiten konzentriert - abgehandelt, so dass auch umfangreichere Themen wie etwa „Umwelt“ oder die „Weltreligionen“ dicht gedrängt Platz finden müssen. Zugleich kommen dann kurz gefasste und zentrale Aussagen zum Zuge.
Die 6 großen Themenkreise behandeln geschichtliche Hintergründe, Persönlichkeiten Naturwissenschaftler mit bahnbrechenden Entdeckungen und Erfindungen sowie Philosophen, Pioniere, Politiker. Von den Abbildungen her beeindrucken faszinierende detailfreudige Fotografien von Tieren und Pflanzen, ebenso auch aussagekräftige Grafiken und Texte zu aktuellen Themen (Flüchtlingskrise 2015).
Sogar vermeintlich seltenere Begriffe wie etwa Schwarze Löcher (Universum) oder der Sikhusmus (Sikh-Religion) werden aufgeführt, ebenso etwa die Grundregeln und Spieltechniken des Basketballspiel.Das 4-seitige Glossar und das äußerst umfangreiche, 19-seitige und 4-spaltige Register bieten ein breites Suchspektrum.

Das Buch „Bilderpedia“ scheut nicht den Vergleich mit seinem digitalen Konkurrenten Wikipedia, der sogar mit seinem Namen zur Schöpfung des Kunstwortes „Bilderpedia“ herhalten muss. Die weitgehend punktuelle Faktendarstellung auf geringem Print-Raum vermittelt zwar ein nur grobes Faktenmosaik. Mit seinem breit angelegtem Themenangebot und seiner Informationsfülle bewegt es sich im oberflächlichen Wissensniveau, und mit seinem ständigem Bezug zum Alltag trägt es zur Unterhaltung und zum Leseerlebnis bei. Wikipedia hingegen macht mit seinen diversen Link-Optionen ein höherwertigeres Angebot für den anspruchsvollen Leser.

Jung (ab dem 12. Lebensjahr) und Alt werden sich angesprochen fühlen. Sozusagen ist für Jeden was „dabei“. Ein Leser, der die Aufbesserung seiner Allgemeinbildung und zugleich die Unterhaltung sucht, dürfte sich bei dem Buch gut aufgehoben fühlen.
[Gierlich35 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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