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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Orlovský, Sarah Michaela,     
Titel:
Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt
ISBN:
978-3-7022-3918-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
60
Verlag:
Tyrolia, Innsbruck
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
12,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt erzählt die Geschichte von zwei Schwestern. Die eine ist krank, denn sie möchte nichts mehr essen und schließt sich nur noch in ihrem Kinderzimmer ein. Die andere erzählt ihre Gedanken und Gefühle, ihren Blick auf die Krankheit, auf das Fehlen ihrer Schwester, ihre Sorgen, ihre Ratlosigkeit, Wut und Hilflosigkeit.
[173 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
8 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Krankheit / Familie / Gefühle / Magersucht
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt behandelt das Thema Magersucht aus der Perspektive eines Geschwisterkindes. In kurzen monologischen, häufig einseitigen Abschnitten, erzählt die namenlose Ich-Erzählerin von ihrem Bemühen um ihre große Schwester. Diese sitzt hinter der verschlossenen Zimmertür und kommt nicht heraus. Es werden die vielen kleine Versuche gezeigt, der großen Schwester wieder Lebensmut zu schenken und sie an andere, glücklichere Zeiten zu erinnern.
Daneben werden auf sehr besondere Weise die Gefühle der jüngeren Schwester dargestellt. Ganz unterschiedliche Gedanken und Gefühle umkreisen das Geschwisterkind, sowohl Hilflosigkeit und Ohnmacht als auch Schuldgefühle und Wut, sowie das Gefühl unsichtbar neben den großen Problemen der Schwester zu sein. In keiner Weise wirkt der emotionale Facettenreichtum unglaubwürdig. Es ist der Autorin Sarah Michaela Orlovský vielmehr gelungen, authentische Figuren zu gestalten, bei denen der Leser trotz der kurzen Erzählabschnitte tief in die Geschichte eintaucht und mitfühlt.
Kurze aber sehr poetisch gestaltete Sätze reihen sich aneinander, die geprägt sind von wirkungsvollen Stilmitteln. Der Text erzählt in der Ich-Form und richtet sich im Du an die große Schwester. Der innere Monolog unterstützt dabei sehr die Darstellung der Gefühlswelt der kleinen Schwester.
Sarah Michaela Orlovský zeigt aus der Perspektive der kleinen Schwester heraus nicht nur die schlimmen Folgen der Magersucht für den/die Betroffene*n, sondern auch die Zerstörungskraft der Krankheit für die umstehenden Angehörigen. Dadurch bekommt das Buch eine Tiefe und zeigt dem Leser auf sehr intensive Art und Weise die vielen unterschiedlichen Facetten der Krankheit Magersucht.
Insgesamt ist das Buch sehr empfehlenswert. Die Sprache des Buches ist trotz oder wegen seiner kurzen Sätze sehr genau und treffend und schafft es in ganz knappen Abschnitten, viel von den Gefühlen, Gedanken und Erinnerungen der Protagonistin zu erzählen. Das macht die Intensität des Buches aus und macht es gleichzeitig sehr besonders.
[173 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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