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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Robertson, David A.,     
Titel:
Als wir allein waren
ISBN:
978-3-95878-034-7  
Übersetzer:
Kayser, Christiane
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Flett, Julie
Seitenanzahl:
18
Verlag:
Little Tiger, Gifkendorf b Lüneburg
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
13,90 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
In "Als wir allein waren" wird die Geschichte der Kinder in den sogenannten Residental Schools erzählt, in denen die Kinder der kanadischen Ureinwohner "zivilisiert" werden sollten. Initiiert wird das Erzählen der Geschichte durch die Fragen eines kleinen Mädchens, welches sich für die Wurzeln seiner Großmutter interessiert. Begleitet durch Erwachsene stellt diese Buch eine gute Möglichkeit dar, dieses geschichtliches Thema aufzuarbeiten und ggf. aktuelle Bezüge herzustellen.
[140 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
6 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Politik / Ethik / Philosophie / Fremde Kulturen / Familie / Gefühle / Geschichte / Ungleichheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Ein nachdenklich machendes Buch, welches dann zum (Vor-)Lesen zu empfehlen ist, wenn die Kinder beim Lesen bzw. Vorlesen begleitet werden. Denn das Thema des Buches, der Versuch der Umerziehung der kanadischen Indianer in Residental Schools, macht traurig und lässt die Frage nach dem „Warum“ unbeantwortet.
Anhand der Geschichte eines kleines Mädchens, welches sich mit seiner Großmutter auf Spurensuche nach deren Wurzeln begibt, wird anhand der Familiengeschichte erzählt, wie Kinder von ihren Familien, ihre kulturellen Wurzeln, ihrer Sprache und allem, was ihre Identität ausmachte, getrennt und fortgerissen wurden, und weit weg von zuhause und allein, sich mit gesellschaftlichen Normen und Regeln konfrontiert sahen, die ihnen bislang unbekannt waren und die sie nun zu ihren eigenen machen sollten. Am Beispiel dieser Großmutter wird erzählt, wie diese von ihrem Bruder getrennt wurde, in eine Schuluniform gesteckt wurde, ihr die Haare abgeschnitten wurden etc.
Das Buch erzählt mit leisen Worten und kindgerecht, wie sich diese indianischen Kinder gefühlt haben. Die Bebilderung des Buches orientiert sich an Kultur der indianischen Kanadier und verstärkt die Stimmung, hier in ein Stück Kultur einzutauchen, welche den meisten bislang nicht zugänglich war.
Mit dem Rekurs auf diesen Ausschnitt kanadischer Zeitgeschichte wird auf das Leid der Kinder und deren Familien in dieser Zeit aufmerksam gemacht. Gleichzeitig kann das Lesen des Buches dazu anregen, aufmerksam zu werden für Unterdrückungsszenarien in der heutigen Zeit und in einen Diskurs darüber zu kommen. Pädagogisch begleitet ist das Lesen dieses Buches unbedingt empfehlenswert.
[140 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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