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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Yoon, David,     
Titel:
Frankly in Love
ISBN:
978-3-570-16575-1  
Übersetzer:
Max, Claudia
Originalsprache:
Amerikanisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
494
Verlag:
cbj, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
19,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Das Ende der Highschoolzeit in Amerika im Leben von Frank Li, der koreanische Eltern hat, sich verliebt und einige Krisen durchmacht
[25 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Identität / Herkunft / fremde Kulturen / Erste Liebe
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Frank Lis Eltern sind aus Korea nach Amerika eingewandert und arbeiten Tag und Nacht in einem kleinen Lebensmittelgeschäft. Als Koreaner werden sie in den USA wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Befreundet sind die Eltern nur mit anderen ausgewanderten Koreanern. Ihr Englisch ist schlecht. Undenkbar ist es für sie, dass ihre 2 Kinder keine Koreaner heiraten. Die Tochter ist deswegen verstoßen und weit weg gezogen, weil sie sich in einen schwarzen Amerikaner verliebt hat. Frank beendet soeben die Highschool. Für seine Eltern ist sein Schulabschluss sehr wichtig und er enttäuscht sie nicht. Als er sich in Brit Means verliebt und mit ihr zusammen kommt, weiß er, dass er das seinen Eltern nicht erzählen kann. Alibimäßig muss Joy, eine koreanische Freundin, herhalten und sie erzählen ihren Eltern, dass sie nun ein Paar wären. Im Laufe des „Theaterspielens“ ahnen sie nicht, dass sie sich tatsächlich ineinander verlieben, worüber sich alle Beteiligten eigentlich freuen könnten. Jedoch kommen weitere unvorhergesehene Ereignisse auf sie zu, die Franks Leben in der Umbruchphase zum Studium kräftig durcheinanderwirbeln.
David Yoon schreibt von der ersten Seite an mitreißend – ähnlich wie seine Frau Nicola, von der ich ebenfalls Bücher verschlungen habe. Der fast 500 Seiten starke Roman thematisiert eine Form von Rassismus in den USA, die in Europa nahezu unbekannt ist. Wie schwer es für koreanische Einwanderer – selbst noch in der 2. Generation – ist und welche Probleme damit einhergehen, wird in der etwas verwickelten Liebesgeschichte gut dargestellt. Als die Liebesgeschichte quasi abgeschlossen ist (ca. auf Seite 315), hätte David Yoon das Buch beenden sollen. Die unheilbare Krankheit des Vaters, das Outing von Franks bestem Freund und die Rückkehr der verstoßenen Schwester wirken in meinen Augen überflüssig und hätten besser in einem 2. oder 3. Band platziert werden können. Nichtsdestotrotz ein großartiges Buch, das jugendliche Leserinnen lieben werden. Ein besonderes Kompliment möchte ich Claudia Max, der Übersetzerin aussprechen, denn gerade das falsche koreanische Amerikanisch von Franks Eltern ist besonders gelungen. Beispiel: „Lernen ordentlich, werden Doktor vielleicht.“, sagt Dad immer (S. 29) oder „Du nicht trinken wie Daddy, okay?“, sagt meine Mutter (S. 41).
[25 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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