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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Baron, Adam,     
Titel:
Freischwimmen
ISBN:
978-3-446-26607-0  
Übersetzer:
Kollmann, Birgitt
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Davies, Benji
Seitenanzahl:
232
Verlag:
Hanser, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Der 9-jährige Cym ertrinkt fast in der ersten Schwimmstunde, weil er nicht dazu stehen kann, dass er nicht schwimmen kann. Er hat keine Ahnung, wie gefährlich das tiefe Wasser für ihn sein kann. Es ist ja nicht seine Schuld, aber seine Mama war noch nie mit ihm schwimmen.
Welches Geheimnis steckt dahinter? Niemand sagt ihm die Wahrheit und als seine Mutter mit psychischen Problemen in die Klinik kommt, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Gut, dass er schließlich alles herausfindet, auch wenn es schmerzhaft ist. Aber, es befreit auch und nimmt enormen Druck weg.
Sehr emotional, teilweise auch humorvoll, wird hier ein schwieriges Thema sensibel behandelt.
[PF 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
10 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
psychisch krank / Vergangenheitsbewältigung / Wahrheit / Angst / Familie / Gefühle
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Auf jeden Fall zieht dieses Jugendbuch auch Erwachsene in ihren Bann. Psychologische Probleme in der Familie sind für Kinder sehr schwierig zu verstehen und damit klar zu kommen. Für Cym, der eine kranke Mutter hat, wird durch seine Angst einzugestehen, dass er nicht schwimmen kann - was in der ersten Schwimmstunde fast zu seinem Ertrinken führt - in seinem Leben das absolute Chaos ausgelöst. Er war noch nie schwimmen, weiß aber nicht warum. Die Erwachsenen geben ihm keine Antwort. Das Erlebnis im Schwimmbad endet für seine Mutter in der Klinik und wieder ist er mit seinen Fragen alleine gelassen. Er macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Was hat das Ganze mit dem Tod seines Vaters zu tun?
Adam Baron schafft es den Leser Emotionen wunderbar spüren zu lassen. So begreift jeder die Hilflosigkeit des Jungen, aber auch der Erwachsenen, die einfach nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Wer solche Situationen kennengelernt hat, weiß, wie schwierig es ist. Cym erzählt in der Ich-Form; eine Assoziation mit dem sympathischen Jungen fällt somit nicht schwer. Gedanken und Gefühle werden einfühlsam beschrieben. Man fiebert mit auf der Suche nach dem großen Geheimnis aus der Vergangenheit. Dabei fällt auf, wie bewundernswert gefasst und rational Cym oft reagiert. Fragen wie: “Kennt ihr das auch?” oder “..., dann wäre doch alles noch viel schlimmer, oder?” sorgen dafür sich wie ein Teil der Geschichte zu fühlen. Es baut sich eine Spannung auf, die den Leser motiviert weiter zu lesen. In diesem Fall hat es nichts mit Action zu tun, sondern spielt sich auf rein emotionaler Ebene ab. Man möchte einfach wissen, wie die Geschichte für Cym endet, findet er Antworten zu seiner Vergangenheit und kann damit Frieden schließen? Es kommt zu einem völlig unerwarteten, jedoch für alle versöhnlichen Ende.
Uns allen wird mit auf den Weg gegeben, wie dumm es sein kann, sich nicht der Wahrheit zu stellen und alle Betroffene daran teilhaben zu lassen, auch wenn sie sehr schmerzhaft sein kann. Auf all diesen schwierigen Wegen sind Freundschaften wichtig und für diese muss man sein Leben lang alles tun.
Ich bin von diesem Buch begeistert und es hat mich von der ersten bis zur letzten Zeile gefesselt.
[PF 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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