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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Maleki, Azimeh / Beham, Franziska / Böning, Maike / Korfmacher, Ann / Stracke, Markus / Wangenheim, Sabine,     
Titel:
Dunkle Farben im Wunderwald
ISBN:
978-3-456-86020-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Maleki, Azimeh
Seitenanzahl:
84
Verlag:
Hogrefe, Bern
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
24,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein kombiniertes Geschichten- und Sachbuch, welches sich an Kinder psychisch erkrankter Eltern sowie an die Eltern selbst, Geschwister, Freunde und Therapeuten richtet.
[140 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
4 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Außenseiter / Behinderung / fantastisch / märchenhaft / Freundschaft / Gefühle / Kindheit / Streit / Konflikt
       
Anmerkungen:
Das Buch richtet sich an Eltern, Geschwister, Freunde und Therapeuten von Kindern mit psychisch erkrankten Eltern sowie an diese Kinder selbst.
       
Beurteilungstext:
Der Vogel Avi und der Kobold Muri sind beste Freunde. Sie leben im Wunderland, einem wunderschönen Wald mit bunten Bäumen und vielen Tierarten. Avi lebt mit seinen Eltern in der Krone des Baumes, in dem Muri mit seinem Vater und seiner – berufsbedingt häufig abwesenden – Mutter lebt. Der Baum strahlt meistens in einem satten gelb, was gleichzeitig etwas über den Gemütszustand seiner Bewohner aussagt, denn die Besonderheit der Koboldbäume ist, dass sie sich je nach Laune der Kobolde ihre Farbe ändern. Avi und Muri genießen ihr Leben, bis sich eines Tages Muri immer mehr zurückzieht. Es kommt zu einem Streit zwischen den beiden Freunden, der erst durch Frau Bolle, ihre Lieblingslehrerin, unterbunden wird. Frau Bolle spielt zunächst mit Muri und holt im Anschluss Avi dazu, denn Muriel möchte Avi endlich erzählen, was mit ihm los ist. Muriel erzählt, dass sein Vater sich verändert hat, dass er viel schläft, häufig wütend ist und sich nicht mehr um ihn kümmert. Muriel glaubt, sein Vater ist mit der vielen Arbeit, die er ihm macht, überfordert. Avi versucht die Ängste und Sorgen Muris und die beiden legen ihren Streit bei. Frau Bolle spricht mit Muris Vater und gibt damit einen ersten Anstoß für diesen, sich in seiner Situation anderen zu öffnen und Hilfe anzunehmen. Die Eule wird seine Therapeutin und das Leben im Wunderland gewinnt wieder an Farbe.
Das Buch erzählt aus der Perspektive zweier Tier- bzw. Fabelwesen von den Erlebnissen von Kindern, die mit psychisch erkrankten Eltern aufwachsen. Der Leser begleitet den jungen Kobold Muri und erfährt, wie die Sprachlosigkeit und der Rückzug des Vaters auf den Jungen ausstrahle und wie dieser sich die Schuld für die Verhaltensänderungen seines Vaters bei sich selbst sucht. Muris Freund Avi ist zunächst traurig, dann enttäuscht und zuletzt wütend darüber, dass Muri sich von ihm zurückzieht, was den Bruch zwischen beiden noch verstärkt. Die Geschichte zeigt in einem weiteren Schritt auf, welche Möglichkeiten es gibt, aus dieser Situation herauszukommen. Im Buch ist es die Lehrerin Frau Bolle, die Muris Sorgen aufgreift und aktiv wird und mit Muris Vater spricht. Dis führt zu einer Veränderung der familiären Situation. Muris Vater erhält Rat und nimmt Hilfe an, Muri erlebt, dass es Menschen gibt, die ihm und seine Familie unterstützen.
Die erste Hälfte des Buches erzählt die Geschichte von Muri und Avi. In der zweiten Hälfte erhalten die Leser des Buches – wie betroffene Kinder und Menschen, die mit betroffenen Kindern arbeiten – praktische Tipps, wie sie mit einer solchen Situation umgehen können. Auf kindgerechte Weise wird erläutert, wie viele Kinder mit psychisch erkrankten Eltern leben, was eine psychische Krankheit ist, wie sie entsteht und behandelt werden kann. Aber auch ganz praktische Hinweise, was man als Kind für sich selbst tun kann, werden gegeben und eine Liste zum Selbsteintragen bietet Platz, weitere Ideen zu notieren. Dort finden sich diverse Listen (Vorlagen), wie die für Eltern- und Kinderaufgaben, für gemeinsame Aktivitäten, Zeitverträge oder Notfallpläne. Das Buch kann dadurch auch zu einem Tagebuch/Arbeitsheft werden, mit dem indirekt gearbeitet werden kann.
Hervorzuheben ist auch die Bebilderung des Buches. Die naturnahen, bunten und emotional aufwühlenden Bilder von Azimeh Maleki bringen die Geschichte vor unserem Auge zum Leben.
Das Buch ist Teil einer Reihe von psychologischen Kinderbüchern, die sich an Kinder, Familien und weitere Angehörige sowie Fachkräfte wenden, die mit psychisch erkrankten Eltern und deren Familien arbeiten. Darüber hinaus können auch Personen, die wissen oder vermuten, dass ein Kind im Umfeld psychisch erkrankter Eltern aufwächst, erste Anregungen erhalten, wie sie sich in der Situation verhalten können/sollten. Jüngere Kinder können das Buch gemeinsam mit Erwachsenen lesen bzw. bearbeiten und darüber ins Gespräch kommen.
[140 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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