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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Say, Allen,     
Titel:
Der Kranichbaum
ISBN:
978-3-946986-06-5  
Übersetzer:
Bracklo, Gabriela
Originalsprache:
Amerikanisch
Illustrator:
Say, Allen
Seitenanzahl:
34
Verlag:
Edition Bracklo, Gräfelfing
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
19,80 € €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
"Mein erstes Weihnachtsfest" heißt der Untertitel des Bilderbuches, in dem ein kleiner Junge in Japan zum ersten Mal einen Weihnachtsbaum bekam. Der japanische Autor und Illustrator Allen Say, der als 16-Jähriger nach Kalifornien auswanderte, so wie auch sein Großvater vor ihm, erinnert sich an seine Kindheit in Japan, als seine Mutter ihm einen Weihnachtsbaum nach europäischem Vorbild schmückte und somit das Beste aus beiden Kulturen miteinander verband.
[OAL 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fremde Kulturen / Gefühle / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
"Der Kranichbaum" ist der zunächst etwas befremdliche Titel, dessen seltsame Bezeichnung sich jedoch im Verlauf der Erzählung als sehr passend herausstellt. Der Ich-Erzähler, ein kleiner Junge, hat ein schlechtes Gewissen, weil er im kalten Winter zu lange draußen gewesen war. Doch seine Mutter tut das Nötige, badet ihn heiß, gibt ihm etwas Warmes zu essen und steckt ihn ins Bett. Das bedeutet in einem traditionellen japanische Holzhaus jedoch, dass man auf seinem Futon auf den Tatami, den Reisstrohmatten, ausgestreckt duch die Schiebetüren und -fenster beobachten kann, was sonst noch geschieht.
So sieht der Kleine zu, wie seine Mutter silberne Kraniche aus Origamipapier faltet und diese in die kleine Kiefer hängt, die seine Eltern zu seiner Geburt gepflanzt hatten. Der Kranich ist in Japan das Symbol für ein glückliches, langes Leben, faltet man einer alten Legende zufolge tausend davon, geht ein Wunsch in Erfüllung. Der wichtigste Familientag in Japan ist der Beginn des neuen Jahres, der mit dem Sonnenaufgang am Neujahrstag gefeiert wird. Doch weil dieser Tag nun der 24. 12. ist, erzählt ihm seine Mutter von den christlichen Bräuchen, die sie selbst in Amerika kennengelernt hatte. Der Sohn darf sich sogar etwas wünschen, einen Papierdrachen mit aufgemaltem Samurai, und seine Eltern nehmen ihm das Versprechen ab, nie wieder zu dem Teich mit den Koi zu gehen, wo er sich so erkältet hatte.
Ohne auch nur im geringsten belehrend zu wirken, können sich auch schon Grundschulkinder mit dieser Erinnerung in eine Familie hineinversetzen, in der man liebevoll miteinander umgeht und das beste Brauchtum aus völlig unterschiedlichen Traditionen miteinander verknüpft. Die ganzseitigen zartfarbigen Bilder zeigen das traditionelle Holzhaus, wie es jedoch auch in Japan aus den großen Städten verschwunden ist und nur noch in den Vororten oder auf dem Land zu finden ist.
[OAL 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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