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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Meddour, Wendy,     
Titel:
Warum bist du traurig, Opa?
ISBN:
978-3-95728-328-3  
Übersetzer:
Tatjana Kröll
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Daniel Egnéus
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Knesebeck, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
13,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein ganz besonderes Bilderbuch mit viel Emotionen! Bilderbücher über Verlust, Tod, Trauer und Trost müssen sich immer wieder ganz besonderen Herausforderungen stellen. Der Autorin und dem Illustrator gelingt dies auf eine beeindruckende Weise!
[170 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Sterben / Tod / Alter / Trauer / Gefühle / Verlust / Trost / Religion / Großeltern
       
Anmerkungen:
ab ca. 5 Jahren
       
Beurteilungstext:
Ganz behutsam werden in diesem Bilderbuch die Gefühle, die mit dem Tod eines geliebten Menschen (hier: der Oma) einhergehen, dargestellt, ohne das Thema für junge Rezipient*innen emotional zu stark belastend anzugehen. So geht es in erster Linie um das, was mit Blick auf den Tod eines geliebten Menschen besonders schwer ist: das ‚Danach‘, also die Bewältigung und der Umgang mit der eigenen Trauer.
Der Junge „Krümel“ versteht nicht, warum sein Opa immerzu im Garten arbeitet, monoton seine Arbeit verrichtet, keine Zeit für ihn hat, wenig spricht und ohnehin die meiste Zeit geistesabwesend wirkt. Die Bilder verraten, dass sich Opas Mimik kaum verändert, dass er geknickt wirkt und unglücklich ins Leere starrt. Doch warum, das wissen wir noch nicht, denn der Tod stellt zunächst eine „Leerstelle“ dar, die es zu füllen gilt. Wir können vieles aber bereits erahnen!
Die Illustrationen konstruieren eine eigene Erzählebene; sie sind liebevoll und detailreich ausgestaltet und es gelingt Daniel Egnéus, die Stimmungen, die der Bilderbuchtext vermittelt, über eine behutsame Farbwahl hervorragend zu transportieren.
Intuitiv versucht Krümel seinen Opa zu animieren, mit ihm zu sprechen und zu spielen. Dies funktioniert auch (wenngleich zunächst zaghaft) und nicht nur Krümel ist glücklich, sondern ebenfalls seinem Großvater scheint es sehr gut zu tun, einmal auf andere Gedanken zu kommen. Selbst wenn beide grundsätzlich verschieden sind, mit ihrer Trauer völlig anders umgehen und auch ansonsten sehr unterschiedlich sind (z.B. andere Lieblingsspeisen und Lieblingstiere haben), gibt es doch eine besondere Gemeinsamkeit, die beide zusammenführt: Sie vermissen die Oma beide sehr. So sind sie am Ende in ihrer Trauer vereint und können sich gemeinsam Trost schenken.
Über die symbolische Zahl 3, die im Buch eine ganz besondere Bedeutung einnimmt, wird überdies sinnbildlich eine religiöse Dimension eingebracht. Sie spielt nicht nur auf die dreigeteilte Natur der Welt an (Anfang, Mitte, Ende // Geburt, Leben, Tod // Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), sondern auch auf das Leben nach dem Tod sowie auf das dritte Element, das beide (Großvater und Enkel) miteinander verbindet: die Oma!
Das Buch macht Mut, über die eigenen Gefühle zu sprechen, sensibilisiert für die verschiedenen Formen der Trauerbewältigung und gibt Zuversicht, dass die Trauer zu zweit ein wenig besser zu bewältigen ist. Es zeigt aber auch, dass man Trauer zulassen sollte und dass es neben der schwermütigen Seite auch einen Hoffnungsschimmer gibt. Und dafür stehen sinnbildlich gewendet im Bilderbuch die Sonne und die Sterne...
Fazit: Ein rundum gelungenes und mutiges Bilderbuch über ein Thema, das schon die ganz Kleinen angeht.
[njs]
[170 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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