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Autor:
Bertram, Rüdiger,     
Titel:
Finns fantastische Freunde -Feuerblitz und Schmusedrache
ISBN:
978-3-499-21814-9  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Krause, Uta
Seitenanzahl:
224
Verlag:
Rowohlt, Reinbek
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Finns fantastische Freunde
Jahr:
2019
Preis:
12,99 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Band 2 von „Finns fantastische Freunde“ führt Zack, den Zauberer, seinen kleinen Feuer speienden Drachen, Finn und Marie-Lou in ein weiteres Abenteuer. Sie können die hundsgemeine Infamia in ihre Welt zurück drängen - allerdings mit ihrem wertvollen, von Zack seinerzeit entwendeten Xalabu. Stattdessen bleibt Zack Infamias heiliges, silbernes Paddel. Weil Infamia einen Mitschüler Finns, den bösartigen Alexander, mit sich nimmt, planen die Freunde, den beiden zu folgen und Alexander zurückzuholen.
[34 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
fantastisch / märchenhaft / Komik / Humor / Spannung
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der zweite Band der Reihe „Finns fantastische Freunde“ von Rüdiger Bertram führt den dicken Zauberer Zackarius – Zack -, seinen kleinen Feuer speienden Drachen Attila, den Ich-Erzähler Finn und die tatkräftige Marie-Lou in ein weiteres Abenteuer. Finn ist ein Sachensammler. Er hortet all seine Schätze in einem Schuppen. Dort bringt er Zack und Attila unter, die eines Tages (Band 1) in einem Fass vom Himmel vor Finns Füße gefallen sind. Verjagt aus dem Land ohne Namen und aus einer längst vergangenen Epoche mit Königen und Kutschen, Einhörnern und Trollen, werden beide in Finns Welt von der hundsgemeinen Infamia und ihren Trollen verfolgt, weil sie das Xalabu gestohlen haben. Das wertvolle und einmalige Xalabu ist für die hundsgemeine Infamia unentbehrlich, weil es Unsichtbares sichtbar macht und ausschließlich der Herrscherin Infamia das Lesen in dieser anderen Welt ermöglicht. Finns vertrauensvolle Eltern – die Mutter Anwältin, der Vater Hausmann und Bastler von Schlüsselbrettern – ahnen nichts von den neuen Untermietern. Zack hält Finn für einen großen Zauberer, der mit einem Schalter Licht an- oder ausschalten kann. Finn, der bei seinen Klassenkameraden weniger beliebt ist, genießt diese Anerkennung. In ihrem Kampf gegen vermeintliche Trolle, schmilzt Attila mit seinem Feueratem schon mal einen harmlosen Blechaffen zusammen und setzt unbenutzte Silvesterraketen in Brand, die das Schuppendach durchlöchern. Finn hat alle Hände voll zu tun, allen angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Zack interpretiert Errungenschaften der technischen Moderne nach seinen überkommenen Vorstellungen. Da wird ein Fahrrad zum Zauberpferd, Autos werden zu menschenfressenden Ungeheuern, Müllfahrzeuge zu Riesen, die die Opfergaben der Menschen aus riesigen schwarzen Bechern trinken, der Geruch einer Kläranlage zum Geruch von Trollen und ähnliches mehr. Zack verfügt über hypnotische Fähigkeiten. Sobald ihm jemand in die Augen schaut, weiß die zu seinen Gunsten einzusetzen. Auf diese Weise ergattert er beispielsweise ein Job als Hausmeister an Finns Schule. Dort beseitigt Zackarius den Schulhofmüll mit Attilas Hilfe, den er unter seinem Arm hält und der mit seinem Feuer alles, was ihm begegnet verbrennt, leider auch alle Klassenarbeiten, die Frau Gries - Marie-Lou nennt die herrische Lehrerin gern Frau Gram - versehentlich auf den Boden gefallen waren. Infamia ist Zack dicht auf der Spur. Einer ersten Begegnung der vier mit Infamia und ihrem heiligen, Blitze schleudernden silbernen Paddel können sie entkommen. Alexander, ein bösartiger Mitschüler Finns, hat sich in den Besitz des Xalabu gebracht. Mit dem Xalabu in der Tasche begleitet er seine Mutter in ein Kaufhaus. Auf der Rolltreppe dieses Kaufhauses kommt es zum Showdown. Unerwartet verbündet Alexander sich mit Infamia. Sie soll ihn im Gegenzug für das Xalabu ins Land ohne Namen mitnehmen. Schon sind die beiden durch eine geheime Pforte verschwunden. Nur das silberne Paddel, das Zack Infamia entwenden konnte – bleibt zurück.- Hiermit ist der dritte Band vorbereit, der 2020 erscheinen wird. Finn, Mary-Lou, Zack und Attila werden dorthin aufbrechen, um Alexander zu seiner Mutter zurückbringen.
Die Geschichte ist rasant erzählt, die Sprache frisch und frech mit witzigen gegenseitigen Schimpfkanonaden. Die durch die Handlung wirbelnden Einfälle bereiten große Lesefreude. Das umkämpfte Xalabu steht für das Unglück, nicht lesen zu dürfen oder können, weil das Lesen den Herrschern vorbehalten ist – ein politisch - historisch nicht ungewöhnliches Geschehen. Manches Klischee wird gegen den Trend gebürstet. So ist Finn ein gewöhnlicher, nicht besonders starker Junge, der die Hilfe der frechen und unternehmungslustigen Mary-Lou - in die er sich etwas verliebt hat – schätzt. Ungewöhnlich ist die nur randständig erwähnte Herkunft Mary-Lous aus einer offensichtlich prekären Unterschichtsfamilie. Dass Finns Vater Hausmann ist, die Mutter als erfolgreiche Anwältin ihr Geld verdient, dass das Eltern-Kind-Verhältnis vertrauensvoll, unproblematisch und damit unspektakulär ist, sind weitere angenehme Entscheidungen des Autors. Die begleitenden fantasievollen kleinen schwarz-weißen Zeichnungen von Uta Krause, weitgehend auf Umrisse beschränkt, passen sehr gut zu den Inhalten. Ebenso gut passt das Layout, in dem Gefühls- und Bewegungswörter (AuAuAu, Zisch…) in besonderer Schrift und Größe herausgehoben sind.
[34 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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