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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
PARR, MARIA,     
Titel:
Manchmal kommt das Glück in Gummistiefeln
ISBN:
978-3-7915-0079-9  
Übersetzer:
HILDEBRANDT, CHRISTEL
Originalsprache:
Norwegisch
Illustrator:
KORTHUES, BARBARA
Seitenanzahl:
206
Verlag:
Dressler, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Trille und Lena leben mit ihren Familien in Norwegen auf Knert-Mathilde. Gemeinsam erleben sie Abenteuer: Mutsprung bei den Wellenbrechern, Flaschenpost für Ausländer verschicken, Geburten mitten im Sturm, auf Rummelpott – Betteltour – gehen bei Wind und Wetter… Kein Tag ist wie der andere, die Abenteuer finden vor der Tür statt.
[6 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
10 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Alter / Angst / Familie / Freundschaft / Gefühle / Jugend / Adoleszenz / Junge / Mann / Kindheit / Mädchen / Frau / Spannung / Streit / Konflikt
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Maria Parr wird in einem Mund mit Astrid Lindgren genannt und wirklich gelingt es ihr genauso gut wie dieser, die Abenteuer vor der Haustür zu erkennen und sie aus Kindersicht zu beschreiben. Dabei ist es nicht so, dass eine scheinbare Idylle mit ein paar netten Erlebnissen aufgepeppt wird, sondern die Alltagssorgen der Menschen finden ihren Stellenwert und werden wertschätzend und einfühlsam dargestellt. Da sind z.B. die Eltern von Lena, denen als Künstler die Musik und auch Mathematik sehr wichtig erscheint, aber Lena will nicht Keyboard spielen sondern Fußball und zu keinem Spiel sind ihre Eltern gekommen. Erst als sie sich als Torwärterin in einer Jungenmannschaft durchgekämpft hat und sich bitter über das Desinteresse der Eltern beschwert hat, erkennen diese den Fehler. Auch Trille hat es nicht leicht: als mittleres Kind in einer fünfköpfigen Kinderschar muss er um seine Anerkennung kämpfen und erst, als er seinem Fischer - Großvater bei einer Schiffstour das Leben rettet und das Boot selbstständig und unfallfrei in den Hafen bringt, wird aus Klein-Trille, Trille der Lebensretter und Bootsführer. Als sich die hübsche Niederländer Birgitte mit ihrer Familie auf dem Hof von Hügel –Jon einmietet und auch noch die gleiche Klasse wie Trille und Lena besucht, wird das wohlgefügte Gefühlsleben aller Beteiligter stark in Wallung gebracht.
Ohne Kitsch oder überflüssige Gefühlsduselei gelingt es Frau Parr, zwei Jahre im Leben der Protagonisten mit all seinen Ereignissen darzustellen und lebendig werden zu lassen. Wertschätzend, einfühlsam und doch klar und direkt in der Sprache charakterisiert sie die Menschen und ihr miteinander und lässt sie dem Leser und der Leserin ans Herz wachsen. Und es wird wieder einmal klar – wie schon bei Astrid Lindgren - : warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah.
Die zurückhaltenden Illustrationen von Barbara Korthues ergänzen die Geschichte hervorragend und unterstützen die Bilder, die im Kopf entstehen. Frau Christel Hildebrandt gelingt es sehr gut, den Sprachwitz – vor allem von Lena – ins Deutsche zu übertragen, so dass der Menschentyp deutlich hervortritt. Ein wunderbares Kinderbuch.
[6 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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