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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Döbert, Marion,     
Titel:
Sophie Scholl - die letzten Tage
ISBN:
978-3-944668-34-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
144
Verlag:
Spaß am Lesen Verlag, Münster
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Lesen für alle
Jahr:
2014
Preis:
14,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
In Anlehnung an das Drehbuch Fred Breinersdorfers „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ wird der Kampf der Geschwister Scholl gegen das Nazi-Regime für Menschen mit Leseschwierigkeiten neu erzählt. Der „Spaß am Lesen Verlag“ präsentiert einen gut aufbereiteten Text, der sachlich richtig, einfach und bewegend die letzten Tage Sophie Scholls, ihres Bruders und eines weiteren Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ bis zum Tod durch das Fallbeil am 22.02.1943 schildert.
[34 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
12 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Nationalsozialismus / Rassismus / Politik / Sterben / Tod / Ethik / Philosophie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der „Spaß am Lesen Verlag“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Mitbürger und Menschen mit Leseschwierigkeiten durch einfache Sprache für das Lesen zu begeistern. Dazu gehören in besonderem Maß solche Bücher, die auf der Grundlage eines Films entstehen. In Anlehnung an das Drehbuch von Fred Breinersdorfer „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ hat Marion Döbert das vorliegende Buch als Kurzfassung in einfacher Sprache verfasst. Auf 119 Seiten werden die letzten Tage von Sophie und Hans Scholl sachlich richtig, anschaulich und bewegend wiedergegeben.
Nur kurz können Sophie und Gisela verbotenerweise auf BBC amerikanischen Swing hören. Sophie wird von Hans (Scholl) und Willi (Graf) und Shurik (Alexander Schmorell) ungeduldig mit Briefumschlägen im Atelier erwartet. Schnell sind die Flugblätter hineingesteckt, Adressen darauf getippt, Marken aufgeklebt. Die restlichen Flugblätter wollen Hans und Sophie am Folgetag, dem 18. Februar 1943 in der Universität München verteilen. Warnungen schlagen beide in den Wind. Als „Weiße Rose“ leistet die Gruppe junger Studenten gewaltlosen Widerstand gegen das Hitlerregime. Vom Hausmeister Jakob Schmid werden Hans und Sophie schnell als verantwortlich für das Auslegen der Flugblätter entdeckt und der Gestapo übergeben. Sophie bemüht sich nach Kräften, ausschließlich sich selbst und Hans als Hauptakteure hinzustellen und keinen der Freunde zu verraten. Die Gestapo ist ihr jedoch immer einen Schritt voraus, findet das Atelier, die Druckmaschine und die Namen weiterer Gruppenmitglieder. Sophie ahnt, dass sie nichts mehr zu verlieren hat. Immer häufiger klagt sie mutig das Nazi-Regime bei den Verhören an. Eine letzte Brücke, die ihr gebaut wird, nutzt sie nicht. Sie lehnt es ab sich zu entlasten, indem sie ihren Bruder der Alleinschuld bezichtigt. Sophie ist trotz größten Entsetzens bereit, die Todesstrafe für sich und Hans hinzunehmen. Während des Prozesses und vor der Urteilsverkündung stürzen die Eltern der Geschwister Scholl in den Saal und bitten vergeblich darum, das Leben ihrer Kinder zu schonen. Einer der schlimmsten nationalsozialistischen Richter, Roland Freisler, verhängt am 22. Februar drei Todesstrafe. Hans und Sophie Scholl, sowie Christoph Probst sterben wenige Stunden später unter dem Fallbeil. – Die Sätze sind sehr kurz und einfach gehalten. Dennoch transportieren sie das Geschehen beeindruckend gut. Häufig werden zusammengesetzte Nomen der besseren Lesbarkeit wegen getrennt durch Bindestrich notiert („Hoch-Verrat“, „Rassen-Hass“). Schwierige Wörter und Ausdrücke sind unterstrichen. Sie können am Ende des Buches in einer gut gemachten und informativen Wortliste nachgeschlagen werden. Zwischen Worterklärungen und Geschichte informiert ein einfach gehaltener, stimmiger Sachtext über die gewaltfreie Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Das gut aufbereitete Buch eignet sich als Klassenlektüre.
[34 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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