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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Breinl, Juliane,     
Titel:
Das Apfelkuchen-Geheimnis
ISBN:
978-3-8458-2803-9  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Parciak, Monika
Seitenanzahl:
182
Verlag:
arsEdition, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
10,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die elfjährige Zippa Modotti hat ein ungewöhnliches Hobby: backen. Als ihre Uroma stirbt, vermacht diese der Familie eine alte Villa, von deren Existenz niemand etwas wusste, und Zippa ein letztes Rätsel, das sie zum Modotti-Schatz führen soll. Mit Hilfe ihres Freundes Max und seiner Cousine Sonja will Zippa das Rätsel lösen. Dabei lüftet sie nicht nur gut gehütete Familiengeheimnisse, sondern findet auch noch die letzte Zutat um einen perfekten Apfeltaler zu backen.
[Anmq 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Abenteuer / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die spannende Geschichte um den Modotti-Schatz und das Geheimnis, den „weltbesten Apfelkuchen“ zu backen, erlebt der Rezipient durch einen personalen Erzähler aus Zippas Sicht, was besonders jungen Lesern hilft, sich mit der Protagonistin zu identifizieren. Auch wenn die wenigsten von ihnen Kuchenbacken als Hobby haben dürften, finden sich sicher viele in Zippas zweitem Hobby wieder, dem Jojo-Spiel, bei dem sie sich vervollkommnen will, indem sie – dem Zeitgeist entsprechend - nach Anleitungen in Online-Tutorials übt.
Zeitlos und vielen jungen Rezipienten bekannt ist Zippas familiäre Situation: Sie muss sich ihre Eltern mit ihren Zwillingsbrüdern teilen, die als Babys die volle Aufmerksamkeit und Kraft der Eltern fordern. Was Zippa über ihre Brüder denkt, ist in dem Begriff „Sabberlinge“ eingefangen, wie sie die Kleinen nennt. Zippa rastet völlig aus, als sie ihr Zimmer für die Kleinen hergeben soll, um in ein viel kleineres umzuziehen. Erst am Ende der Geschichte ist sie ihren Brüdern freundlicher gesonnen, nachdem sie durch ihren besten Freund Max und seiner Cousine Sonja erlebt, dass Babys auch süß sind und man mit ihnen spielen kann, und nachdem sie durch das Vermächtnis ihrer Urgroßmutter erfährt, wie schmerzlich es ist Geschwister totzuschweigen. Auch ihre Beziehung zu Sonja wandelt sich im Laufe der Erzählung. Zippa bezeichnet sie zu Beginn als „Stöcki“, weil sie oft Stöckelschuhe trägt und sich schminkt. Erst nachdem sie erfährt, dass ihr Vater mit einer neuen Frau ein Baby erwartet, was ihre Mutter in Verzweiflung stürzt und zwingt eine neue Wohnung zu suchen, akzeptiert Zippa Sonjas Eigenheiten und gewinnt sogar eine neue Freundin.
Zippas Entwicklung steht jedoch nicht im Vordergrund der Erzählung. Die Handlung wird spannend durch das Vermächtnis von „Urmila“ Emilia Modotti, die ihnen eine alte Villa und Zippa ein Fotoalbum und einen Brief für eine letzte Schatzsuche hinterlässt. Während der Entschlüsselung des Rätsels erfährt die Familie von Emilias Halbschwester Anna Modotti, einer begnadeten Kuchenbäckerin und Eigentümerin der Villa und einer Konditorei, die jedoch zu Lebzeiten nie Kontakt mit Urmila hatte. Denn aus Eifersucht hatte die Nachbarin Erna Rosenbusch Annas Brief unterschlagen, in dem sie Emilia um ein Treffen bat, obwohl Annas Eltern sie nach dem Unfall ihrer eigenen Eltern wie eine zweite Tochter aufnahmen.
Das seltsame Verhalten von Frau Rosenbusch gegenüber Zippa und ihren Eltern, die häppchenweise Enthüllung der Familiengeschichte, die Suche nach dem Rezeptbuch mit den Originalrezepten von Anna Modotti und dem Modotti-Schatz sowie die Frage, ob die Familie genug Geld hat um die alte Villa restaurieren zu können, sorgen immer wieder für neue Spannungsmomente.
Den jungen Rezipienten ist geschuldet, dass alle Rätsel und Probleme am Ende gelöst sind. Und wer beim Lesen Appetit auf Apfelkuchen bekommen hat, findet das Rezept zum Nachbacken (auch für Kinder!) am Ende des Buchs inclusive der Zutat, nach der Zippa gesucht hat, um ihren Apfeltaler vollkommen zu machen.
[Anmq 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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