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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Balpe, Anne-Gaelle / Beauvais, Clémentine / Beau, Sandrine / Laroche, Agnés u. a.,     
Titel:
Wir haben gar nichts kommen sehen
ISBN:
978-3-902984-51-7  
Übersetzer:
Millischer, Margret
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
119
Verlag:
Edition Bernest, Wien
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
12,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Ein Wahlausgang verändert alles. Eine Demokratie wandelt sich in Diktatur. Wie ist es um alte Freundschaften bestellt? Wie ist die Einstellung in sieben beschriebenen Familien zum neuen Regime? Es könnte unterschiedlicher nicht sein und doch verbindet alle Personen der Satz “Wir haben gar nichts kommen sehen.”
[PF 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
12 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Außenseiter / Geschichte / Politik
       
Anmerkungen:
Dieses Buch kann gut als Schullektüre eingesetzt werden.
       
Beurteilungstext:
Sieben französische Jugendbuchautorinnen verfassten je ein Kapitel zu den Auswirkungen des Wahlsieges der “Partei der Freiheit”. Es ist zu erfahren, wie sich dieser Sieg auf die Menschen aus unterschiedlichen Milieus auswirkt, wobei es zum Schluss immer zu dem traurigen Fazit geht: Wir haben es nicht kommen sehen. Ein Thema, so aktuell wie nie!
Die derzeitige politische Entwicklung und Stimmung in der Welt sorgt nach erzielten Fortschritten in Toleranz und Verständnis dafür, dass Menschen wieder, wie im Buch wiedergegeben, verstärkt in Schubladen gedrückt werden. Dabei geht es um Hautfarbe, Herkunft, sexuelle Neigungen oder Behinderungen. Es könnte passieren, dass auch wir diesen Satz des Buchtitels irgendwann sagen müssen. Das Buch sollte aufrütteln, wie dies auch schon im Vorwort von Stefane Hasel (Autor empört euch) engagiert getan wird. Er wendet sich mit der Botschaft, sich nicht alles gefallen zu lassen, zu reagieren, kritisch zu sein, “nein zu sagen" vor allem an die jugendlichen Leser. Wartet nicht darauf erwachsen zu werden, sollte Motivation sein, nach Vorbild von Stefane Hasel für sozialen Frieden und Menschenrechte zu kämpfen. Jeder noch so kleine Beitrag sich gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung zu stellen, kann helfen eine solche Entwicklung zu verhindern. Wie toll ist es doch, zu denken, dass “Unterschiede gerade das Schöne sind” und wie erschreckend, zu erkennen, dass genau das es ist, was die Freundschaft von Hector und Walid schlagartig verändert.
Wie ich erfahren konnte, wurde dieses Buch auch zu Schulprojekten genutzt, um sich kritisch mit dem Thema auseinander zu setzen. Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert, um sich einen Überblick über die verschiedenen Perspektiven aus sieben Familien zum Machtwechsel zu verschaffen. Dabei kommen die unterschiedlichsten Einstellungen gegenüber dem Regime zu Tage, Reaktionen der Begeisterung, Verblendung, Anpassung bis hin zu Flucht oder Widerstand. Auf jeden Fall eine Lektüre, die zum Nachdenken anregt.
[PF 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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