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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Herden, Antje,     
Titel:
Keine halben Sachen
ISBN:
978-3-407-81248-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
136
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
12,95 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Robins Leben ist das eines gewöhnliches Teenagers- bis er auf Leo trifft und damit auch auf Drogen. Schnell gerät Robins Leben unter Alkohol, Drogen, falschen Freunden und der ersten Liebe komplett aus den Fugen. Und dann kommt der Absturz…
[157 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
14 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Jugend / Adoleszenz / Junge / Mann / Sucht
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Die thematische Ausrichtung dieses Buches ist gleichsam so bedeutend wie auch erdrückend. Aus einer Ich-Perspektive heraus berichtet Robin wie er zunächst Leo kennenlernt- und damit auch die Drogen. Fortan findet sich Robin in einem Strudel aus Alkohol und Drogen, falschen Freunden und Entscheidungen wieder.
Erzähltechnisch wird ein Großteil der Handlung durch einen Bewusstseinsstrom wiedergegeben, was die Nähe zur Figur Robin verstärkt, allerdings gleichzeitig eine eingeschränkte Sichtweise und Darstellung der anderen Figuren einfordert. Dafür empfindet der Leser umso mehr mit Robin mit, hinterfragt sein Handeln und kritisiert seine Entscheidungen. Ungewöhnlich an der Erzählweise ist, dass permanent ein lyrisches Du angesprochen wird, welches auf die Figur Leo referiert. Dieser Art des Erzählens kommt für das Ende der Handlung eine besondere Bedeutung zu, welche aber aus der Handlung heraus nicht ersichtlich ist. Damit ist der Ausgang der Handlung sehr überraschend und unvorhersehbar.
Das Thema Drogen, das eine herausragende Rolle für die Handlung spielt, ist im Buch sowohl inhaltlich als auch sprachlich gut umgesetzt. Die Figur Robin ist sehr reflektiert und benennt vor allem körperliche Missstände nach dem Drogenkonsum deutlich, gleichzeitig aber nicht belehrend oder unglaubwürdig. Der gezeigte Sprachstil ist authentisch; ebenso das Verhalten der Figuren. Damit ergibt sich vor allem für jugendliche Leser ein stimmiges, authentisches Bild, welches die Gefahren von Drogen- und Alkoholmissbrauch deutlich kennzeichnet.
Für den Einsatz in pädagogischen Kontexten, gerade als Lektüre, scheint das Buch sehr gut geeignet. Einzig die fehlende Einteilung in Kapitel ist für den schulischen Kontext möglicherweise unpraktisch; gleichzeitig werden damit der Bewusstseinsstrom und die Schnelllebigkeit der geschilderten Eindrücke markant unterstrichen. Die entscheidende Wendung am Ende des Buches bietet viele Diskussionsansätze; ebenso gezeigte Handlungsweisen im Buch. Der wenig belehrende, trotzdem schonungslose und drastische Charakter der Darstellung spricht sehr für einen Einsatz in pädagogischen Kontexten, da das Medium Buch den schmalen Grad zwischen persönlicher Betroffenheit und sachlicher Darstellung am treffendsten umzusetzen scheint.
[157 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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