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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Westera, Bette,     
Titel:
Jawlensky - Mit ihren Augen
ISBN:
978-3-7725-1941-3  
Übersetzer:
Erdorf, Rolf
Originalsprache:
Niederländisch
Illustrator:
Weve, Sylvia
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Freies Geistesleben, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein kleiner Junge zieht mit seinem Vater aufs Land. Er war noch sehr klein, als seine Mutter starb, doch er weiß, dass sie hinter den Sternen wohnt und er möchte ihr mitteilen, wie die neue Umgebung aussieht. So malt er ein schönes buntes Bild nach dem anderen, das er ihr des Nachts am Fenster zeigt. Angeregt durch die ausdrucksstarken Bilder des expressionistischen Künstlers Alexej von Jawlensky wird in diesem Bilderbuch die Nähe zu einem geliebten Menschen thematisiert, der nach wie vor seinen Platz im Herzen seiner Angehörigen hat.
[OAL 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
4 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Bildende Kunst / Gefühle / Sterben / Tod / Kindheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Ein ausdrucksstarkes Gesicht, frontal gesehen, schaut mit großen Augen hoch zum Sichelmond, der über einem dunkelblauen Streifen Landschaft hängt. Auch wer von moderner Kunst nur wenig Ahnung hat, fühlt sich von diesem Cover sofort angesprochen. Ein Junge, der mit seinem Vater in ein Dorf umgezogen ist, sieht die farbigen Häuser der Dorfbewohner und in seiner Umgebung die großflächigen Felder. Alles, was er sieht, malt er und zeigt die Bilder des Nachts seiner Mutter, indem er diese vor sein Kinderzimmerfenster hält. Denn seine Mutter, hat sein Vater ihm erzählt, wohnt bei den Sternen. Und jedesmal vergewissert er sich seiner Abbildungen: "Schön, nicht?" Ihr Gesicht - das vom Cover - scheint in tiefblauen Schattierungen vor dem Nachthimmel auf. Vielleicht, denkt sich der Sohn, sind die Sterne ja kleine Löcher, durch die man alles auf der Erde sehen kann. Beim Malen seiner Bilder fühlt er sich getröstet. So weiß er, dass nicht nur sein Vater, sondern auch seine Mutter immer bei ihm ist.
Inspiriert von den Bildern des russischen Künstlers Alexej von Jawlensky (1864 - 1941) haben die Autorin Bette Westera und die Illustratorin Sylvia Wewe den Verlust eines geliebten Menschen für Kinder sehr einfühlsam verstehbar gemacht. Ohne es direkt auszusprechen, vermitteln sie, dass dieser Mensch immer in Gedanken bei uns ist.
Das Bild "Mystischer Kopf" von 1917, das für die damalige Zeit eine revolutionär neue Art des Malens aufzeigte, ist heute für Kinder unmittelbar verständlich. Farbige Flächen, schwarz umrandet, heben das, was man zeigen will, klar hervor und sprechen die Betrachter direkt an. Ebenso nachvollziehbar ist für die Leser die Sorge des Jungen, dass seine Bilder vielleicht zu klein sein könnten, so dass jedes größer werden muss, bis hin zur originellen Landschaftsmalerei. Mag sein, dass nicht nur Kinder dadurch auf originelle Ideen gebracht werden.
Mit diesem Bilderbuch können auch Erwachsene einen neuen Zugang zur Bildbetrachtung finden.
[OAL 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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