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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Nyhus, Svein,     
Titel:
Bösemann
ISBN:
978-3-314-10481-7  
Übersetzer:
Hildebrandt, Christel
Originalsprache:
Norwegisch
Illustrator:
Dahle, Gro
Seitenanzahl:
42
Verlag:
Nord-Süd, Zürich
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ergreifendes Bilderbuch zum Thema häusliche Gewalt
[25 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
8 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gewalt / Familie / Angst
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der kleine Boj hat Angst, wenn sich „Bösemann“ im Körper seines Vaters ausbreitet und der Vater einen schrecklichen Wutanfall bekommt. Er verkriecht sich in seinem Kinderzimmer und hat Angst um seine Mutter. Nach dem Ausbruch des Vaters ist Boj verzweifelt, findet jedoch am Ende des Buches eine Lösung, mit der es allen Beteiligten besser zu gehen scheint.
Text und Bilder in diesem Buch sind dermaßen beklemmend gestaltet, dass man selbst als erwachsener Leser eine Gänsehaut bekommt. Man kann alles sehr gut nachvollziehen, was der kleine Boj empfindet: Die Angst, dass der Vater wütend wird und die Spannung, die in der Luft liegt. Mutter und Sohn bewegen sich leise, vorsichtig und ängstlich, um den Vater nicht zu reizen. Dann die Wut, die in Form von „Bösemann“ im Vater hochsteigt und schließlich der Wutausbruch, der schonungslos in dramatischen Bildern dargestellt wird. Boj ist immer hin und hergerissen, denn immerhin ist es ja sein Vater, den er lieb hat und der sich hier nicht richtig verhält. Sehr gut gefällt mir die Verzweiflung, die der Junge aber nicht in Worte ausdrücken kann. Erst nachdem er einem Hund draußen alles erzählt hat, schafft er es, einen Brief zu schreiben. Durch den Brief kann Hilfe auf den Weg gebracht werden. Das Buch beeindruckt mich nachhaltig und so kann ich mit einen Einsatz in einer Therapiegruppe mit Kindern, die häusliche Gewalt am eigenen Leib erfahren haben, sehr gut vorstellen. Auch als Gesprächsanlass und Hilfestellung, z.B. mit ganzen Schulklassen, wäre es geeignet, weil es durchaus Hilfen anbietet – nach dem Motto: „Sprich mit jemandem darüber!“, „Schreib einen Brief!“, „Hole Hilfe!“. Nahezu gefährlich finde ich das Bilderbuch jedoch, wenn es 4-jährige alleine in die Hände bekommen, da die gut gezeichneten Bilder verstörend und traumatisierend wirken können. Der vorsichtig formulierte Text – mit vielen Details und Wortspielen – ist wichtig, aber für Kinder im Bilderbuchalter sicherlich kaum verständlich. Ein großartiges Buch, das es jedoch in meinen Augen schwer haben wird, einen geeigneten Leserkreis zu finden.
[25 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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