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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Konrad, Bob,     
Titel:
Der Knäckebrotkrach - Bei Oma und Opa fliegen die Fetzen
ISBN:
978-3-401-60307-0  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Kohl, Daniela
Seitenanzahl:
93
Verlag:
Arena, Würzburg
Gattung:
Sonstige
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
12,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wie jedes Jahr wollten Mayo und ihr Bruder Super ihre Ferien bei Oma und Opa verbringen. Aber auch diesmal wurde es ein Abenteuerurlaub, wie er nicht zu überbieten ist. Bei den Großeltern ist immer etwas los, denn sie streiten viel, auch über völlig belanglose Dinge. Dennoch sind Oma und Opa die Besten und Lustigsten, daher wird es den Beiden in den Ferien dort nicht langweilig.
[Brit 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Familie / fantastisch / Gefühle / Komik / Humor / Streit / Konflikt / Spannung
       
Anmerkungen:
Skurriles Kinderbuch mit Prägung und Biss-Stanzung auf dem Hardcover-Einband, so dass gleich beim ersten haptischen Kontakt der Eindruck entsteht, man habe eine Knäckebrotscheibe in der Hand.
       
Beurteilungstext:
Schon das Cover und das Vorsatzblatt des Buches "Knäckebrotkrach" deuten an, dass es sich um eine turbulente Geschichte handelt und bei "Oma und Opa die Fetzen fliegen". Bob Konrads Text wird von der Illustratorin Daniela Kohl genial umgesetzt. Die Grafiken erinnern stellenweise an Comics.
Mayo erzählt aus der Ich-Perspektive und stellt dem Leser, teilweise schon auf dem Vorsatzblatt, mit kurzen und knappen Sätzen die Personen und die Umgebung der Geschichte vor.
Der Beginn der unglaublich witzigen und spritzigen Geschichte lässt erst einmal kein besonderes Spektakel vermuten, denn Mayo und ihr 4 Jahre alter Bruder Super möchten ihre Ferien, wie jedes Jahr, bei den Großeltern in dem kleinen Dorf Vogelzwitsch verbringen. Ihre Mutter ist von der Idee jedoch nicht begeistert, denn sie hält diesen Urlaub für zu gefährlich. Aus Erfahrung weiß sie, dass immer etwas Schlimmes passiert, wenn die Kinder bei Oma Elfe und Opa Isi sind. Nach Auffassung der Kinder regt Mama sich aber unnötig auf. Bisher sind immer alle Abenteuer gut ausgegangen und sie versprechen bei der Abreise diesmal keinen Unsinn zu machen.
Ruhige und beschauliche Ferien bei Oma und Opa scheinen aber grundsätzlich nicht möglich zu sein. So kommt es, wie es kommen muss. Zunächst beginnt es ganz harmlos: Die Großeltern geraten über die Frage, welches die richtige Seite des Knäckebrotes ist, in Streit. Oma Elfe ist der Überzeugung, dass das Knäckebrot auf der glatten Seite mit Butter bestrichen werden muss. Wogegen Opa Isi die gegenüberliegende, rubbelige Seite vorzieht. Die Geschwister müssen miterleben, wie diese Nichtigkeit einen über alle Maße unnötigen Streit auslöst. Die Uneinigkeiten zwischen den Großeltern führen schließlich dazu, dass alle erwachsenen Bewohner des Dorfes involviert sind. Die gegnerischen Lager teilen sich in zwei Gruppierungen: Frauen gegen Männer. Die Dorfkrise nimmt ihren Lauf. Es fallen Schimpfwörter und keine Gruppe will einlenken. Schließlich verlassen die Männer das Dorf und attackieren mit fliegenden Stinkesocken ihre Gegnerinnen. Der nächtliche Konterversuch der Frauen das Lager der Männer zu stürmen endet mit einer Wasserbombenschlacht. So schaukeln sich die Geschehnisse immer höher und Mayo kann mit ihrem Versuch einzulenken nichts bewirken. Im Gegenteil! Es kommt soweit, dass sich auch Bruder und Schwester, ihrem Geschlecht entsprechend, den Streithähnen zuordnen und zu Gegnern werden. Die herrlich schräge Geschichte nimmt noch an Fahrt auf und wird zum Ende hin noch ganz schön spannend......

Der Knäckebrotkrach beschert dem Leser ein amüsantes Lesevergnügen, das durch die fantasievollen und teilweise erklärende grafische Bildgestaltung noch verstärkt wird. Der ungewöhnliche Comic-Stil, Dialoge in Sprechblasen, Textpassagen, scheinbar mit Klebestreifen auf die Buchseiten geheftet, und die abwechslungsreichen Schriftarten unterstreichen indirekt die Skurrilität der Geschichte.
Auf nette Weise stellt der lustige Comic-Roman die Ursache für Streitigkeiten in Frage. Häufig geraten Kinder, aber auch Erwachsene, über Kleinigkeiten in Streit. Mit seiner abgedrehten Geschichte zeigt Bob Konrad auf, wie unsinnig es ist sich über Bagatellen so aufzuregen, dass keine Einigung mehr in Sicht ist.

Bob Konrad wurde im Februar 1968 in Heidelberg geboren und lebt heute in Berlin, wo er schon einige Bücher geschrieben hat.
Daniela Kohl, Jahrgang 1972, lebt heute noch mit Mann, Hund und Schildkröte in ihrer Heimatstadt München.
Bekannt wurde die seit 2001 freiberufliche arbeitende Grafikerin und Illustratorin mit ihren Zeichnungen zu der Reihe Mein Lotta-Leben von Alice Pantermüller.
[Brit 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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