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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Singer, Nicky,     
Titel:
Davor und Danach - Überleben ist nicht genug
ISBN:
978-3-7915-0100-0  
Übersetzer:
Salzmann, Birgit
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Schneider, Frauke
Seitenanzahl:
384
Verlag:
Dressler, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
19,00 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
„In ein Land, in dem Sehnsüchte wahr werden und wo jemand wartet, jemand, den ich lieben könnte und der nicht verbrennen würde. Wo Küsse nicht unter Plastikplanen enden. Wo ich diese Worte aussprechen könnte: Ich liebe dich. Und jemand – irgendjemand – würde wirklich dasselbe zu mir sagen. Und ich würde glauben. Ihnen glauben.“
[160 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
12 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Leben / Tot / Migration / Flucht / Klimawandel / Krieg / Auffanglager / Abschiebung
       
Anmerkungen:
Trotz der Länge eignen sich Teile und der gesamte Roman für eine Erarbeitung im Unterricht. Durch die hohe Aktualität zu politischen Situationen, Migration und Flucht ist der Roman wärmstens für eine Buchausstellung und Vorlesung mit anschließender Diskus
       
Beurteilungstext:
Mhairi ist gerade Mal 14 Jahre alt und doch hat sie mehr gesehen, mehr verloren und mehr erlebt, als man es einem jungen Mädchen in ihrem Alter zutrauen möchte. In einer Welt, in der es zu viele Menschen und zu wenig Ressourcen gibt, in der das eigene Überleben wichtiger als jegliche Moral und Empathie ist und in der es ein Verbrechen ist, länger als 74 Jahre leben zu wollen, muss sich Mhairi die eine Frage ihrer gesamten Existenz stellen: Was ist es wirklich wert, am Leben zu bleiben? Ihr einziger Schutz gegen die Skrupellosigkeit und Ungerechtigkeit dieser Welt sind ihr Pass, ein munitionsloser Revolver und ihr Verstand. Unverhofft trifft sie auf einen stummen Jungen, der ihr unbeholfen und unbewusst Dinge lehrt, Gefühle und Gedanken in ihr hervorruft, die sie für verschlossen gehalten hat. Stück für Stück bröckelt die Mauer, die Mhairi um ihr Herz gebaut hat, schmerzhafte Erinnerungen holen sie ein. Der Wunsch nach einer heilen Welt im Heimatdorf in Schottland, das mehrere hunderte von Kilometer Land und Meer von ihr entfernt liegt, treibt sie dazu an, jeden Tag weiterzuziehen.
Die Sprache ist schmerzhaft verzaubernd und berührend zugleich. Mit Metaphern und wiederholenden Erinnerungssätzen ihres Vaters, die sich über den Roman hinwegziehen, aufbauen und im Höhepunkt des Geschehens verschmelzen, wird der Gemütsstand und die Charakterentwicklung der Protagonistin auf eine dynamische, fesselnde Weise fortgeführt. Eine bemerkenswerte Besonderheit dieses Romans ist, dass bis zum Ende nicht klar ist, wie Mhairis und Mos Schicksal enden wird. Daher trifft das Ende, welches auch der Höhepunkt des Romans ist, besonders erschütternd auf den Leser ein, der die Protagonisten Mhairi und Mo ins Herz geschlossen hat. Um diese Erfahrung mit der Lektüre machen zu können, muss sich der Leser auf die etwas ungewohnte Erzählweise einlassen, die zunächst abgehackt und unsympathisch erscheint. Das Weiterverfolgen der Geschichte verrät jedoch, wie sehr der Erzählstil mit der mentalen, moralischen und emotionalen Weiterentwicklung der Protagonistin zusammenhängt.
[160 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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