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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Ziegler, Tine,     
Titel:
Spinnst du schon?
ISBN:
978-3-943833-31-7  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Brink, Mele
Seitenanzahl:
34
Verlag:
Edition Pastorenplatz, Aachen
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Arachnida Langbein, ein kleines Kreuzspinnenkind, kann nicht spinnen. Übung, Entspannung, Kitzeln- nichts hilft! Eine kreative Idee gibt ihr jedoch wieder Kraft,aufzustehen und weiterzumachen. Ziegler gelingt mit "Spinnst du schon?" ein Herz erwärmendes und Mut machendes Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren. Mit tollen Illustrationen von Mele Brink bringt das Buch Potential mit zum neuen Lieblingsbuch im Bücherregal.
[164 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
0 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Spinne, Arachnida, Einzigartig, normal
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
"Jede Kreuzspinne kann spinnen!" Mit diesen Worten implementiert Arachnida Langbeins alte Nachbarin, ebenfalls eine Kreuzspinne, dass Arachnida nur deshalb kein Spinnennetz spinnen kann, weil sie sich nicht genug anstrengt und nicht genug übt. Aber Arachnida hat doch geübt. Ob pressen oder entspannen, es hat nicht funktioniert. Auch die Ideen ihrer Freunde es zu probieren, wenn man gekitzelt wird oder sich in die Tiefe stürzt, haben kein Spinnenfaden hervorgebracht. Als dann auch noch die anderen Tiere der Wiese über sie lachen, schämt sie sich und weint verzweifelt bis ihr plötzlich eine Idee kommt. Wieso sollte sie nicht die Spinnennetze nutzen die bereits da sind? Mit ein wenig Übung spannt sie Fäden und kreiert ihre ganz persönlichen Spinnennetze. Wie wohl die anderen Tiere und vor allen Dinge die alte Nachbarin darauf reagieren werden?

Auf 34 Seiten erzählt Tine Ziegler eine Geschichte von Andersartigkeit, Mobbing und dem Mut und der Stärke seinen eigenen Weg zu gehen. Die im Bilderbuch dargestellten Tiere dienen dabei als Spiegel menschlichen Verhaltens. Wie oft sieht bzw. hört man, dass jemand ausgegrenzt wird nur weil er "anders" ist. "Das Opfer" passt nicht nur Norm, wird aus diesem Grund ausgegrenzt und noch viel schlimmer: gemobbt. Kindern ermöglicht die Tierperspektive also eine Art Identifikations- Vorlage. Die Protagonistin Arachnida stellt hierbei das Vorbild der Geschichte dar. Sie lässt sich nicht von der Masse runter ziehen, sondern glaubt stattdessen an sich und sucht einen Ausweg aus ihrer Misere.
Besonders toll gelungen sind auch die Illustrationen von Mele Brink. Detailliert und farbenfroh lässt sie die Wiese mit all ihren Bewohnern erblühen. Die Tiere sind durch große Augen, einem breiten Kussmund oder auch einfach einem Lächeln verniedlicht dargestellt was besonders auf kleine Kinder sehr ansprechend wirkt. Ihre Bilder erstrecken sich zudem jeweils auf einer Doppelseite. Der Text hebt sich auf dem weißen Hintergrund gut ab und ist durch die Schriftgröße 16 auch schnell und einfach erkenntlich. Während der Großteil der Geschichte in schwarzer Schrift notiert ist, fallen einige wichtige Textpassagen mit ihrer roten Darstellung schneller ins Auge des Betrachters. So wie ihre Idee "Dann nehm ich eben, was da ist." Diese Farbkennzeichnung minimiert die Geschichte auf die wichtigsten Geschehnisse und kann daher auch etwas schwächeren Lesern als Hilfe dienen den Inhalt zu komprimieren und zu verstehen.
Insgesamt ist das also ein absolut tolles und ansprechendes Bilderbuch, dass mitfühlen lässt und Empathie erweckt. Bestens für Kinder zum Vorlesen geeignet, aber auch zum ersten selber Lesen.
[164 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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